Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

219 
3<32>00<S£>00<32>00<S>00<3>00<32>00<Z2>00<3>00<3>00<3>00<3E>00<3Z>00<3>00O2>C0<3>00CK>0© 
ausgezahlt werden, 1 ) so sind damit unsere Nachrichten über die für den Bau 
aufgewandten Kosten erschöpft. 
Ob diese Kosten selbst damit abgetan waren, dürfte zweifelhaft sein; 
denn die endgültige künstlerische Vollendung und innere Ausstattung des 
Schlosses zogen sich noch lange hin. Jm Todesjahre des Landgrafen (1730) 
war in verschiedenen Räumen noch der Fußboden zu legen, eine Treppe mit 
zugehöriger Skulpturarbeit war im Rückstand, und in 16 Kaminen fehlten die 
eisernen Ofenplatten. 1 2 ) 6in an die fürstliche Rentkammer gerichtetes Gesuch 
des Hofbildhauers Joh. Georg Kötschau vom 27. Juni 1731, wichtig, weil 
es beweist, das) dieser Künstler zum mindesten einen großen Teil der Statuen 
in der Aue und auf den Dachgesimsen des Schlosses gefertigt hat, berichtet 
uns, das) von den zwölf Statuen, die er auf dessen hintersten Pauillon zu liefern 
habe, noch zehn unvollendet seien, und läßt weiter erkennen, das) mit dem 
Tode Landgraf Karls die kostspielige Hofhaltung wesentlich eingeschränkt 
wurde; denn der Künstler klagt, daß er „bei der vorgefallenen Reduction 
mit reduciret worden“. 3 ) 
Cs war der notwendige Rückschlag; denn die Bauten Landgraf Karls 
hatten oft eine derartige Ebbe in den Kaffen zur Folge, daß die Handwerker 
sich weigerten weiterzuarbeiten. Hoch im Jahre 1739 werden über 2400 Rtl. 
und im darauffolgenden über 400 Taler am Orangerieschlosse verbaut. 4 ) Die 
Steinmetzen, welche in dieser Zeit (1734) daran tätig waren, heißen Christ 
mann und Berthold. 
Den Bau des Marmorbades hat man, ebenso wie den des Orangerie 
schlosses, mit der italienischen Reife des Landgrafen Karl ln Verbindung 
gebracht und vermutet, daß er den Schöpfer der Marmorbildwerke, welche 
das Badhaus zu einer Sehenswürdigkeit ersten Ranges machen, den Bild 
hauer Pierre- Etienne Monnot, in Rom kennen gelernt habe. Die Jdee des 
Marmorbades fei damals, da der Fürst Gelegenheit gehabt habe, einige be 
reits fertige Statuen des Künstlers in dessen dortigem Atelier zu sehen, von 
ihm gefaßt worden. Wahrscheinlicher noch habe Monnot selbst, welcher die 
Werke ohne Auftrag gearbeitet, dem Landgrafen den Plan entwickelt. 
Diese Mutmaßungen sind durchaus unbegründet. Das Badgebäude 
kann nicht im ursprünglichen Plane der Orangerie gelegen haben, weil es 
ganz aus diesem herausfällt und ohne ausgleichendes Gegenstück lange Zeit 
1) St. st. Mbg. Ortsrepositur Cassel. 
2) St. st. Mbg. M. St. S. 3690. 
3) Ebenda. 
4) Kammerarchiu X. 2. St. st. Mbg. 
-§0<2E>00<S>00<3'>00<2£>00<3S>00<32>00<3>00<32>00<S>00<®00<S2>00<3>00<32>00<3Z>00<3S>00<22>0§
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.