Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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Joh. Hartmann Wessel die zum Orangeriebau erforderlichen Steinmetj- 
und Maurerarbeiten auf 10532 Ktl. 2 Albus 2 Heller angeschlagen hatte, 
entgegen der uon Haffner aufgestellten Berechnung, die sich auf 12536 Rtl. 
1 Albus 10 Heller belief, uerwilligt der Landgraf für alle bereits geleistete 
und noch zu leistende Arbeit eins für alles 12000 Rtl. Das Ausheben des 
Grundes soll besonders bezahlt werden. Auch werden sechs Hand 
langer gut getan. Die uon Haffner bei dieser Gelegenheit vorgelegte Spezi 
fikation der Maurer- und Steinmetzenarbeit gibt eine genaue Darstellung 
des Baues, wie er tatsächlich dann zur Ausführung gekommen ist. 
Tlun die Frage nach dem Baumeister des Schlosses! Es ist in hohem Grade 
auffallend, dah nicht einer der älteren Schriftsteller, welche uns Aufzeichnungen 
über den Bau des Orangerieschlosses hinterlassen haben, eine Andeutung über 
den Architekten macht, der dasselbe erfand. Selbst der kundige Landau weih 
ihn nicht zu nennen. 6rft Rommel in seiner Geschichte der französischen Kolo 
nien in Hessen-Cassel gibt, doch ohne Beleg, auf Seite 52 Faul du Ry als 
den Erbauer an. Wogegen Hoffmeister in der 2. Auflage uon Fiderits Ge 
schichte der Stadt Cassel (S. 236 Anm. 3) unter Berufung auf die Autorität 
Ludwig Sigismund Ruhls keinem anderen als Francesco Guernieri, dem 
schon genannten Erbauer des Riesenschlosses und der Kaskaden auf Wilhelms 
höhe, die Fähigkeit zuspricht, ein solches harmonisches Werk entwerfen und 
ausführen zu können. DaH hiergegen Otto Gerland in seiner Geschichte der 
drei du Rys, Seite 16—18, Stellung nimmt und das Orangerie schloß, mit mehr 
Flachdruck freilich als geschichtlichem Beweise, für Faul du Ry reklamiert, ist 
erklärlich. Merkwürdig ist es, dah die Akten und Rechnungen aus Landgraf 
Karls Zeit gar keinen Anhalt gewähren, so dah die Sage, derselbe habe, um 
die Flachwelt über die Summen, die Orangerie und Marmorbad gekostet, 
im Dunkeln zu lassen, alle Rechnungen verbrannt, durchaus nichts Unwahr 
scheinliches hat. Dazu hat es das Hnglück gewollt, dah uon drei Faszikeln 
„Bauakten“, den Bau unseres Schlosses betreffend, eines, vermutlich das 
wichtigste, seitdem es vor langen Jahren, einer Randbemerkung im Reper 
torium des Marburger Staatsarchivs zufolge, aus dem Kabinettsarchiv an 
die Hofverwaltung abgegeben worden, verschollen ist. 1 ) Die übrigen Akten 
schweigen, und so find wir nach wie vor, bis auf etwaige neue Entdeckungen, 
auf Vermutungen angewiesen. 
Wohl hat der Landgraf, als er den Flan zum Orangerieschloh entwerfen 
1) Archiuar Eandau hat nachweislich die besagte Bauakte nicht mehr gekannt, 
sie war also schon vor seiner Zeit abhanden gekommen.
	        

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