Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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Schrauben gestellt war und keine Aussicht hatte, die Genehmigung des Reichs 
oberhauptes zu erhalten. Die damalige Diplomatie, wie die Kriegsführung 
im Reich aller Großzügigkeit bar und dieser in Winkelzügen und Manöuern 
durchaus geistesverwandt, nötigte die Eandgräfin zu gleichem Spiel. Um ihrem 
total zugrunde gerichteten fände Ruhe und Erholung zu verschaffen, setzte sie, 
von klugen Männern, wie dem schon genannten Kanzler Reinhard Scheffer, 
trefflich beraten, und vom Hofprediger Heuberger in ihrer festen Stellungnahme 
zu der Drage des reformierten Bekenntnisses bestärkt, die Verhandlungen 
mit dem kaiserlichen Hofe zwei Jahre hindurch fort, damit allerdings den 
Vorwurf der Zweideutigkeit auf sich ladend. Der Beweis, daß auf der Gegen 
seite ehrliches Spiel gespielt worden fei, ist eben nicht erbracht worden. Als 
im August 1639 Kaiser Ferdinand die kategorische Frage stellte, ob die Eand 
gräfin den Frieden wolle oder nicht, schickte sie, einer direkten Antwort lange 
genug ausweichend, im April 1640 dem bedrängten schwedischen General 
Bauer Hilfe zu und entschied sich damit für die Fortsetzung des Krieges. Am 
30. Dezember 1639 war hier die wehrhafte Mannschaft aus den Bürgern ver 
lesen worden, da man wieder auf eine feindliche Behandlung gefaßt fein mußte. 
Das Jahr 1643 brachte in der Dacht vom 4. Januar unserer Stadt das 
größte Hochwasser, das feit Menschengedenken erlebt worden war; es riß acht 
Häuser in der Deustadt und den Wall daselbst ein, die fürstlichen Personen im 
Dassauer Hof (jetzt Packhof) und viele andere Eeute mußten bei Fackeln in Schif 
fen aus den Fenstern geholt werden. Aber es brachte auch eine ausgezeichnete 
Ernte und überdies die Eröffnung der Friedensverhandlungen zu Osnabrück 
mit Schweden und Hessen-Cassel, während im folgenden Jahre die Unterhand 
lungen mit Frankreich in Münster eröffnet wurden. Bis zum Abschluß des 
Friedens aber dauerte es noch fünf ganze Jahre, und diese waren noch reich 
an Wechselfällen des Krieges, der — wie die hohen Offiziere mehr und mehr 
sich dem Stande der Räuberhauptleute und ihre Scharen dem von Räuber 
banden näherten — auch je mehr und mehr den Charakter von Raub- und 
Beutezügen annahm. Dirgends mehr weitausgreifende Unternehmungen, die 
auch die Armut und Entvölkerung der Eänder nicht gestatteten; dafür um so 
gründlichere Zerstörung überall. Für Hessen-Cassel ging neben dem großen noch 
der kleine Krieg mit Darmstadt um die Marburger Erbschaft her, den der Ge 
neral Geiso (Bildnis Tafel 8) für Amalie Elisabeth und Wilhelm VI. zum sieg 
reichen Austrag brachte. Dagegen hatte Diederhessen viel zu leiden durch den 
damals in casfelischem Dienst gestandenen, dann aber von Amalie Elisabeth 
entlassenen und in den des Kaisers übergetretenen General Melander, der, 
von Haß erfüllt, das Eand wie ein Blutegel aussaugte; 1646 war die Furcht
	        

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