Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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anders stehen, wo die Marktmeister, ein Herr vom Rat und ein Hansegrebe 
umhergingen, die Zeuge besahen und diejenigen, welche wandelbare, d. h. 
ü minderwertige Tuche zu Markte brachten, um 3 Pfund Pfennige büßten. $ 
@ Seit dem 15. Jahrhundert haben Handel und Gewerbe im ganzen Reiche 8 
einen bedeutenden Aufschwung genommen. Jn Hessen lies; sich Tandgraf 0 
@ Wilhelm II. deren Förderung besonders angelegen fein, und es war ein be- 8 
O deutsames Ereignis, als er sich dem Münzverein der rheinischen Kurfürsten 0 
0 anschloß, so bedeutsam, daß die hessische Longeries zum Jahre 1506 ausdrück- 8 
O lieh erzählt, wie der Tandgraf zum ersten Male habe rheinische Goldgulden 0 
a prägen lassen, auf der einen Seite St. Elisabethen Bildnis, auf der anderen 8 
das hessische Wappen. Besondere Mühe gab sich dieser Fürst auch um die 0 
0 Sicherheit der Tandstraßen, in richtiger Erkenntnis, daß solche Sicherheit 8 
0 die Vorbedingung des Verkehrs fei. Fuldische Ritter, die auf hessischer Tand- 0 
0 straße etliche Kaufleute niedergeworfen und beraubt hatten, strafte er un- 8 
erbittlich, und an die Handels- und Seestädte Tlorddeutschlands ließ er schrei- 0 
ben, daß, falls ihren Kaufleuten ein Schaden nur eines Guldens Wert in fei- 8 
nem Tande zugefügt werde, er ihn doppelt ersetzen wolle. Großzügiger als 0 
a des Vaters waren Tandgraf Philipps Maßnahmen zur Hebung von Handel 
und Gewerbe, wofür feine Reformationsordnung von 1534 ein Beleg ist, und 0 
a namentlich war es die Sicherheit auf den Tandstraßen, die er sich angelegen 
sein ließ. Tlach einigen diesbezüglichen Erlassen aus den Jahren 1540 und 
1541 griff er alsbald nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft, während 8 
welcher Zeit mancher Mißbrauch eingerissen war, die Sache wieder auf. Ein 0 
a Edikt von 1553/) das bei dem Mangel öffentlicher Sicherheitsorgane die 8 
lg Selbsthilfe unter Teilung der Amtsleute, Bürgermeister, Greben usw. ge- 0 
schickt organisiert, stellt in einem der Schlußparagraphen (21) den für die Zeit 
0 sehr beachtenswerten Gesichtspunkt auf, daß der Beschädigte gegen den seiner 0 
a Pflicht nicht nachkommenden Beamten Regreßansprüche geltend machen 8 
0 konnte und dieser mit seinem gesamten Vermögen haftbar sein sollte. Auf 0 
0 dem Papier nahm sich dies sehr gut aus, in Wirklichkeit mochte es nicht selten 8 
hapern. Eine Klage, die der hiesige Kaufmann Joh. Brunstein im Jahre 0 
@ S 1587 gegen den Schultheißen zu Gudensberg und den Bürgermeister zu Treysa 8 
anstrengt, und die auf obiger landesherrlichen Verordnung basiert, zeigt, 0 
wie es trotz aller Erlasse mit der öffentlichen Sicherheit bestellt war. Der 8 
0 „Knecht" oder „Junge Mann" des Brunstein war auf dem Heimwege vom 0 
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M 1) Siehe Eauzes Chronik, T. 2 (Z. H. 6., Suppl. 2), S. 454 ff. U. £00., Bd. 1, H 
g S. 217 ff., wo das 6dikt mit dem Datum 1566, April 10. abgedruckt ist. Das £auze uor- 
ct gelegene von 1553 ist vermutlich verloren gegangen. A 
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