Full text: Geschichte der Residenzstadt Cassel

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dürfnifse, im essen und noch mehr im Trinken, wenn selbst ehrbare und mäßige 
Teute nichts dabei fanden, bereits am frühen Morgen nach der Morgensuppe 
dem weine zuzusprechen, wie viel weniger legten sich andere eine Beschrän 
kung auf, die es als eine rühmliche Tat ansahen, sich unter dem Zwang der 
Trinkgesetze v ölige soffen zu haben, waren doch die Trinkgesetze oder die Ver 
pflichtung, auf geschehenes Zutrinken mit dem gleichen Quantum Bescheid zu 
tun, nur ein Ausfluss der unbändigen Tust am Zechen, denen sich die meisten 
willig und gern unterwarfen, und womit sich schon 1495 der Reichstag zu Worms 
vergeblich beschäftigt hatte, das auch Tandgraf Philipps Reformations-Ord 
nung in Polizeifachen von 1526 nicht beseitigte. Das 15. Jahrhundert hatte 
auch in Bürgerkreisen mannigfache steife formen des Verkehrs ausgebildet, 
deren Verletzung damals weit schärferen Tadel fand, als es heute der fall 
fein würde. Allein sie bildeten nur den äußeren firnis, unter dem die ur 
wüchsige Tlatur um so gewaltsamer hervorbrach, wenn der wein den Damm 
lockerte. So schildert uns Wilhelm Kirchhof im Wendunmut sehr ergötzlich, 
wie es „an dem Ort, da er geboren", bei Gastereien herzugehen pflege, als 
welchen Ort wir aber wohl nicht die kleinen Städte felsberg und Wanfried, 
wo der Vater Wilhelms, Peter Kirchhof, als Schultheiß, Tandknecht und sor 
tier in den 30 er Jahren des Jahrhunderts stand, sondern das größere Cassel, 
wo wir ihn zu Anfang der 40 er Jahre als Oberförster finden, ansehen dürfen. 
„welcher will,“ sagt unser Humorist, 1 ) „daß man um fünf oder halbweg 
um sechs Uhren soll ansahen zu essen, der muß den Gästen einen Tag zuvor 
— dann sie etwa anderst hin berufen werden möchten — solches anzeigen 
und um drei Vhr zu kommen sie bitten lassen, darnach, wenn schier die drei 
herzu, seine Boten wieder, daß sie die Geladenen aufs neue bitten, und daß 
alles fertig fei, ihnen zu verkündigen, umher schicken. Zum dritten, denn 
keiner will der erste und .Gerngast’ genennet sein, auch ehe die Weiber sich 
putzen und spiegeln, muß eine halbe Stund nach vieren der, so das Mahl zu 
gerichtet, (eine Diener wieder auf der Post umher zu rennen und schier, daß 
die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit ist, um Gotteswillen um Erschei 
nung der übrigen zu flehen, abfertigen. Was meinst du, daß dies an Schuhen, 
wer es viel treiben sollte, kostet? Gottlob, die Gäste find nun bis auf einen 
alle da. Wer will aber, da ihn der Wirt gern hätte, fitzen? niemand. Hier ist 
des Verehrens, des Zuckens, des Bückens und des Abschlagens kein Ende; 
aufs letzte gerät’s noch, daß man zu Tische kommt. Unter diesem allen wenn 
es versehen wird, daß die Kost zu zeitlich bei das feuer kommt, verdirbt, 
1) ttJendunmuth, Bd. 1, S. 256 ff. (Die Sprache ist möglichst beibehalten worden.) 
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