Full text: Der alte Nettelbeck

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und Wohlfahrt, gänzlich aufgegeben zu haben, um dies 
neue, kaum glaubhafte Gefühl von Ruhe und Sicherheit 
nachzuempfinden, wobei sich, auf Augenblicke wenigstens, 
Alles verschmerzt und vergißt, was man Drangvolles ge 
litten hat. Es ist wie ein böser Traum, den man endlich 
abgeschüttelt hat, und aus dem man nun zu vollem freu 
digen Bewußtsein zurückkehrt. 
Allein nächst dem erfreuenden Gedanken an sich selbst, 
heftete sich wohl bei Jedem von uns Allen der zweite, 
dessen wir fähig waren, unwillkürlich auf unsern edlen 
Gneisenau, dem wir es nächst Gott schuldig waren, wenn 
wir uns dieser Stunde und eines so ehrenvollen Triumphs 
erfreuten. Dies Gefühl, auch wo es, stumm in der Brust, 
sich nur in einem dankbaren Blick auf ihn hin offenbarte, 
hat ihm auch sicherlich als der schönste Lohn seiner An 
strengungen genügt. Sein König lohnte ihm auf der 
Stelle, indem er ihm durch den Friedensboten selbst seine 
Ernennung zu einem höher» Militärgrad übersandte; bis 
sich ihm, in schneller, aber verdienter Stufenfolge, der 
hohe Standpunkt öffnete, von welchem er zum Heil des 
geretteten Vaterlandes erfolgreich zu wirken vor Vielen 
berufen war. 
Carol. Was ereignete sich nun nach übcrstandnem 
Kriegsungemach? 
Nett elbeck. Die Belagerung war geendigt; eine 
völlige Waffenruhe trat in unsern Umgebungen ein, und 
schier alle Bilder des Krieges verschwanden. Zunächst 
ward zwischen dem Commandanten und dem französischen 
General eine Uebereinkunft getroffen, welcher zufolge den 
Einwohnern, mit welchen die Stadt noch immer überfüllt 
war, und wo sie sich zum Theil ohne Obdach und eigne
	        

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