Full text: Der alte Nettelbeck

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Carol. Nun ist Vater Nettelbeck schon wieder 
einmal in seinem Elemente und zwar zu rechter Zeit. 
Nettelbeck. Freilich ließ es das böse Wetter, nach 
dem ich glücklich an Bord des Schiffes gekommen war, 
noch eine Zeitlang unentschieden, ob ich es gegen den Wind 
würde in den Hafen bringen können, oder mich begnügen 
müssen, es nur weiter in See und den Franzosen aus den 
Krallen zu entführen. Endlich gelang mir das Erstere 
dennoch, und das neue Geschütz ward nun im Triumphe 
nach der Festung abgeführt. Es waren 45 Kanonen und 
Haubitzen; zwar eisern, aber vom schönsten Gusse; sechs-, 
acht- und zwölfpfündig. Der dazu gehörigen Kugeln und 
Granaten war nicht minder eine ansehnliche Menge. Nur 
Eines hätte uns leicht unsre ganze Freude daran verderben 
können! Kanonen hatten unsre Verbündeten uns zwar 
geschickt: aber nicht die dazu gehörigen Lavetten, für 
welche es vielleicht an hinreichendem Raum in dem Fahr 
zeuge fehlte, oder die sonst in der Eile vergessen worden. 
Wilhelm. Was sind Lavetten? 
Ferdinand. Das sind die Gestelle, auf denen die 
Kanonen li»gen, oder eigentlich der Wagen, auf dem das 
Kanonenrohr angebracht ist. 
Nettelbeck. Wir waren damit selbst sehr schlecht 
versehen, oder was wir etwa noch vorräthig hatten, paßte 
nicht zu dem Kaliber. Doch unsre Artilleristen wußten 
sich zu helfen, indem sie die alten Lavetten nach Möglich 
keit den neuen Röhren anpaßten. Unsre Gegner aber 
blieben, den Wirkungen dieses Geschützes nach, weit ent 
fernt, zu ahnen, wie kümmerlich es um dasselbe stände. 
Noch hielt der Sturm, tosend und unter dem heftig 
sten Regen, an; die Nacht auf den 15. Juni ward finstrer,
	        

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