Full text: Der alte Nettelbeck

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Ferdinand. Was konnte diese helfen? 
Nettelbeck. Sie war angewiesen, uns in unsrer 
Vertheidigung von der Seeseite zu unterstützen. Dies that 
sie in der Folge auch wirklich, indem sie die Arbeiten des 
Feindes beunruhigte und aufhielt. Sie würde dies indeß 
noch oster und wirksamer vermocht haben, wenn entweder 
Wind und Witterung ihr zu allen Zeiten zugelassen hatten, 
sich dem Strande genugsam zu nähern, oder wenn ihr 
Feuer weiter landeinwärts getragen hätte, als es bei den 
kurzen Carronaden, die sie in ihrer untern Batterie führte, 
zu bewerkstelligen war. Ueberhaupt war sie zu groß, und 
ging zu tief, um an dieser Küste von gleichem Nutzen zu 
sein, wie eine ungleich kleinere, englische Brigg von 18 
Kanonen, die sich ihr nach einiger Zeit zugesellte, und mit 
ihr gemeinschaftlich manövrirte. 
Anderweitige dankenswerthe Hülfe kam uns durch ein 
Schiff von Königsberg, welches uns wieder ein Bataillon 
zur Ergänzung der Besatzungstruppen herbeiführte, so 
wie schon kurz zuvor 460 Ranzionirte, die in Vorpommern 
bewaffnet worden, auf schwedischen Schiffen anlangten. 
Wilhelm. Wie stark war die Besatzung? 
Nettelbeck. Die Garnison wurde durch dies Alles 
auf eine Zahl von 6000 dienstfähigen Köpfen gebracht, 
und hat auch diesen Belauf nie überschritten, wogegen 
mit Sicherheit anzunehmen ist, daß gegen das Ende, der 
Belagerung 20 bis 24,000 Franzosen vor unserm Platze 
unter den Waffen standen. 
Unser Außenwerk auf dem Wolfsberge, an welches 
der Hauptmann Waldenfels einen so ausgezeichneten Fleiß 
gewendet, und deren Verstärkung unserm jetzigen Comman 
danten vom ersten Augenblick an der Gegenstand einer
	        

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