Full text: Der alte Nettelbeck

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Carl. Darum suchte man aus ein ganzes Jahr 
sich mit allem Nöthigen zu versehen. 
Nettelbeck. Einen neuen Trost zum Bessern gab 
es, als bald darauf, vom Könige geschickt, der Hauptmann 
von Waldenfels, ein junger thätiger Mann, bei uns auf 
trat, um als ernannter Vicecommandant dem Obristen 
zur Seite zu stehen. 
Auch Schill war vom Könige zur Organisirung eines 
Freicorps förmlich authorksirt worden, und von allen 
Seiten fand er gewaltigen Zulauf. Aber es war auch 
Zeit, daß wir einigermaßen vorbereitet waren; denn schon 
im Marz 1807 rückte eine starke französische Heeresab 
theilung vor Colberg. 
Ferdinand. Nun wird's kommen. 
Fritz. Stille doch! Stille! 
Nettelbeck. Der Feind war so klug und wußte, 
daß die Maikuhle, wo wir die Verbindung zu See er 
halten mußten, für uns am wichtigsten war: dort erfolgte 
daher auch der erste Angriff. Zum Glück war die von 
mir und Schill gemeinschaftlich angelegte Schanze fertig, 
und der letztere wies mit seinen tapfern Leuten den Feind 
nicht nur entschlossen zurück, sondern hielt von jetzt an 
auch fortwährend diesen Posten besetzt, dessen hohe Wich 
tigkeit von Tage zu Tage immer besser erkannt wurde. 
Ernsthafter aber war gleich am folgenden Morgen ein 
neuer feindlicher Versuch gegen die Schanze auf dem 
Kauzenberge, den man mit Hülfe einiger Verstärkungen 
aus der Festung glücklich vereitelte. Eigentlich aber hatte 
dieser Angriff nur den Marsch der Hauptmacht verdecken 
sollen, welche die Persante passirre, um den Platz auch 
von der Ostseite einzuschließen.
        

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