Full text: Der alte Nettelbeck

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Wahr ist es, es würden 1500 Mann dazu gehört 
haben, ein hier anzulegendes Außenwerk zu besetzen, und 
vollkommen sicher zu stellen, das aber hinderte uns nicht, 
den Gedanken zu fassen, daß hier bei Zeiten wenigstens 
Etwas — sei es auch nur gegen den ersten Anlauf — 
geschehen könne und müsse, und daß dann die Noth 
und ein dadurch herbeigeführtes besseres Erkenntniß wohl 
das Uebrigge thun werde. Woher aber Hände nehmen, 
um dort auch nur einige leichte Erdaufwürfe zu Stande 
zu bringen? Da entschloß ich mich selbst, ohne längeres 
Bedenken, meine paar Pfennige, die' ich im Kasten hatte, 
daran zu strecken. 
Demzufolge trieb ich auf der Vorstadt und allen 
nächst umliegenden Dörfern Tagelöhner, so viel ich deren 
habhaft werden konnte, zusammen, versprach und zahlte 
guten Lohn, und verwandte auf diese Weise gegen 400 
Thaler aus meiner Tasche. Tag und Nacht schanzten und 
arbeiteten wenigstens 60 Menschen eine geraume Zeit hin 
durch an diesen Befestigungen, nach dem von Schill dazu 
entworfenen Plane, der sie mit seinen Leuten besetzte. Allein, 
um sie dort festzuhalten, mußte auch für Löhnung und 
Mundvorrath in genügender Menge gesorgt werden. Für- 
erst fiel diese Sorge mir anheim, so lange mein Beutel 
dazu vorhielt, oder meine Küche und mein Branntwein 
lager es vermochten. 
Charlot. Was machte Schill unterdeß? 
Nettelb eck. Dieser fuhr fort, Mannschaft zu sam 
meln, sie zu ordnen, auszubilden, und dem Feinde nach 
Möglichkeit Schaden zuzufügen. Seine Unternehmungen 
stärkten den Glauben und das Vertrauen auf den alten 
preußischen Heldennamen bei unzählig vielen Menschen
        

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