Full text: Der alte Nettelbeck

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Julius. Nun weiß ich doch, wer die Cofarde nicht 
trägt, ist kein braver Preuße. 
Carl. Oder gar ein Spitzbube. 
Ferdinand. Oder ein Betrüger. 
Nettelb eck. Eigentlich wohl, doch haben manche 
es nur vergessen. 
Fritz.'Wenn ich einmal groß bin, will ich es ge 
wiß nicht vergessen, daß ich ein Preuße bin. 
Wilhelm. Ich gewiß auch nicht. 
Heinrich. Ich werde nie die Cocarde ablegen, so 
bald ich groß bin. 
Nettelbeck. Nun zu meiner Rückreise nach Holland» 
Meine preußische Flagge half mich durch die englische 
Flotte, die vor dem Texel kreuzte. Dort aber kam ein 
holländischer Schiffslieutenant zu mir an Bord, der mich 
über den Feind ausfragen wollte. Er bestand darauf, mit 
mir in meine Kajüte zu' gehen, um mich unter vier Augen 
zu sprechen. — „Das kann ich nicht," versetzte ich kurz 
angebunden. —„ Mein Schiff ist im Laviren. begriffen! 
Ich muß auf dmi Deck bleiben und-es im Auge behalten. 
Binnen einer Stunde gehe ich zwischen Eurer Flotte vor 
Anker, und dann wird es noch Zeit sein, Euch in Allem, 
was Noth thut, Rede zu stehen." — „Wie? Ihr wollt 
nicht gleich diesen Augenblick in die Kajüte kommend" — 
„Jetzt sicherlich nicht." — Da ward das Bürschchen 
hitzig, griff nach der Plempe, die es an der Seite hängen 
hatte, zog blank, und versetzte mir damit flach einen 
Streich über die Schulter. 
Hui! das war ein Funke in eine offene Pulvertonne! 
Denn im nämlichen Augenblick auch packte meine Faust 
das Sprachrohr, das neben mir stand, und legte es ihm
	        

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