Full text: Durch Sauerland und Waldeck

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Da kommen zwei junge, stämmige Wanderer 
auf uns zu, die lange zuschauend abseits gestan 
den hatten und fragen, ob sie mitspielen dürften. 
Sie seien Marburger Studenten und spielten lei 
denschaftlich gern Schlagball. 
Das gibt neues Leben! Jeder der beiden 
jungen Kriegsteilnehmer wird einer Partei zu 
geteilt. 
„Die gewinnende Partei kommt diese Nacht 
in die Betten," rufe ich, „los!" 
Hei, das zieht! 
Ich weiß noch aus goldenen Kindertagen, daß 
unsere gute Mutter ihre liebe Last hatte, uns 
Rangen abends in die Betten zu kriegen. Und 
diese Jungen setzen ihr Letztes daran, die Nacht 
ins Bett zu kommen! Merkwürdig, daß drei 
Wandertage und zwei Strohnächte den Wunsch 
nach einem wahrhaftigen Bett so lebendig werden 
lassen! 
Am Mittag gibt es Grützebrei. Der will bei 
der barbarischen Hitze freilich nicht recht flutschen; 
der dicke Nutz hilft mit Limonadenwasser tüchtig 
nach. Dann lungern wir bis 5 Uhr im Orte 
herum. Die einen schlafen, die andern schreiben 
Tagebuch. Wieder andere spielen Karten im 
Schatten eines mächtigen VucheNholzstoßes. Ein 
Vrotkommando ist nach Winterberg zum Vrot?in- 
kauf. Ratz schließt sich an; er hat in Winterberg 
einen Onkel wohnen und will da Schützenfest mit 
machen. Für den Abend wird dicker Reis aufge 
fetzt. Heinz und Günther gehen Milck kaufen.
	        

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