Full text: Durch Sauerland und Waldeck

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entlang den Wänden stehen. Sie kennen keine 
Rücksicht; zwei dicke Reisende, die bei Steinhäger 
und 10 Pfennigs-Zigarre mit dem Wirte verhan 
deln, werden bald eingekeilt und müssen an das 
Bankende rücken. 
Noch am Abend nach Wildungen zu gelangen, 
schien mir höchst unwahrscheinlich. So sandte ich 
denn meine Quartiermacher ins Dorf, um Stroh 
lager aufzutreiben. 
Dann verhandele ich mit der Wirtin, einer 
älteren Frau, mit scharfgeschnittenen, derben Zü 
gen und pechschwarzem, glattgestrichenem Haar. 
Sie ist nicht bei bester Laune. Mehr nervös wie 
geschäftig fegt sie umher, von der Küche zur Stube, 
von da zum Keller. Ich hinterher. Endlich ist 
sie zu sprechen. Sie will sich auf nichts einlassen: 
wir hätten uns anmelden sollen, es wäre schon zu 
spät am Abend, sie könnte nichts mehr holen las 
sen, sie hätten selbst nichts . . . und die Jungen 
hätten ihr den letzten Tropfen Wasser aus dem 
Brunnen gepumpt und ihre schönsten Kappusköpfe 
vertreten — damit lässt sie mich sitzen. — Sie 
hatte nicht so ganz unrecht. Zudem hatten die bö 
sen Jungen noch ein Stück Seife in den Brunnen 
plumpsen lassen. Aber auf dringende Vorstellun 
gen hin will sie uns schliesslich Kaffee und Butter 
brot geben. 
Aber Kaffee und Butterbrot sind wir reich 
lich leid. 
Unschlüssig gehe ich ins Dorf. Ich versuche 
eine Fahrgelegenheit nach Wildungen aufzutrei-
	        

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