Full text: Durch Sauerland und Waldeck

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Wir ordnen uns und ziehn im Schritt durchs 
Dorf. — Im Dorf liegt alles dunkel und still. Die 
Lampenlichter in den Stuben lassen von uns bi 
zarre Schattengestalten die Wände entlanggleiien. 
Der Tritt hallt klappernd durch die Gassen. 
Jemand öffnet die Tür und schaut nach drau 
ßen: Unerhört? Wer zieht da am Abend so spät 
noch durchs Dorf? Und noch am Samstag abend, 
wenn der Pfarrer längst sein Kirchlein zugeschlos 
sen und frischer, weißer Sand zum Sonntag schon 
die Dielen schmückt! Die Buben aber und Mädel, 
die an den Gassen stehen und plaudern, tuscheln 
heimlich uns was nach wie „Wandervögel! — 
Wandervögel!" 
„Die Helle Laterne da vorne muß das Wirts 
haus sein?" 
Im Lichtkegel steht erwartungsvoll der 
Wirt; hinter ihm ein paar Fuhrleute. 
Mit bleischweren Tritten stolpern die müden, 
verstaubten Jungen ins Wirtszimmer; Rucksäcke, 
Kocher, Beilpicken und Feldflaschen fliegen auf 
einen Haufen, dann werfen sich die Jungen auf 
die Holzbänke. 
Die Gäste da drüben lassen die schmutzigen 
Solokarten liegen, paffen wortlos ihr Kraut in 
die Luft und tuscheln miteinander, uns neugierig 
musternd. — 
Als wir noch spät gemütlich beisammen saßen, 
schlich still und heimlich ein winziges, grämliches 
Männlein an unsern Tisch, huschte wie ein Schat
	        

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