Full text: Durch Sauerland und Waldeck

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unterrichtet. Alte Väckerhäuser, besonders knar 
rende Holzstiegen, brennen bekanntlich gut. 
Aber weshalb den Teufel an die Wand ma 
len? Ms zum Abendessen schlendern die Jungen 
im traulichen, alten Städtchen umher. Es schlen 
dert sich auch so nett zwischen den uralten Giebel- 
und Fachwerkhäuschen! Wie drollig recken sie, 
zu langen Reihen dicht gedrängt, die langen 
Hälse, eins noch über das andere hinweg, und 
das eine sich noch mehr vorbeugend als das an 
dere, um ja alles von den interessanten und wich 
tigen Begebenheiten und Geschehnissen zu über 
schauen, die sich da tagsüber im Kleinftädtle ab 
spielen. Und in tiefer Nacht, wenn nur der Schritt 
des Nachtwächters durch die Gassen hallt, und des 
Mondes Silberlicht sanft von Dächern und Erkern 
träufelt und auf dem Pflaster spukhafte Gestal 
ten malt, dann raunen Bäckers- und Topfmachers 
Giebel sich gewichtig zu, daß Apothekers Blend 
läden neu gestrichen sind und Kurzwarenhändlers 
alte Freitreppe nun wohl bald abgerissen werden 
muß. 
Vielleicht haben sich in jener Nacht auch zwei 
alte Giebelfrauen heimlich zugeflüstert, daß beim 
Bäcker im letzten Hause zwölf junge Wanderer 
tief im Strdh schnarchen, und daß der Herr Leh 
rer kurz vor Feierabend noch mal im Hessischen 
Hof eingekehrt sei, um Tagebuch zu schreiben und 
eine Flasche Mildunger Helenenquelle zu trinken!
	        

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