Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

3 s2 Horazisches Sendschreiben 
dabey in einer Wolke * erscheinen, es wäre denn, 
daß ein bey der Handlung sich äußernder schwerer 
Knoten verdiente, daß irgend ein Gott denselben 
aufzulösen vom Himmel herab käme **. Auch 
muß man niemals vier Personen in Einem und 
eben demselben Auftritte reden lassen ***♦ 
Die Nolle eines Spielers soll der singende 
Chor bey den Auszügen zwar überhaupt machen, 
und die gewöhnliche Stelle und das Amt Einer 
Person vertreten: er muß aber zwischen denselben 
nichts singen, was sich nicht zur vorhabenden 
Haupthandlung schickt, und was nicht natürlicher 
Weise mit ihr einen Zusammenhang hat. Recht 
schaffener Leute Thun muß er jederzeit vertheidi 
gen , und den Nutzen der Freunde, durch Erthei- 
lung eines guten Raths befördern: die gegenein 
ander erbitterte und aufgebrachte Gemüther muß 
er suchen zufriedenzusprechen, und für diejenigen 
eine Liebe fassen, die böse Lasterthaten verabscheuen: 
er muß die Gerichte auf einer begnügsamen Tafel, 
wo Mäßigkeit herrschet, mit Lob heraussteichen: 
minder nicht die den Menschen so heilsame Ge 
rechtigkeit und den Flor der Gesetze, den Frieden 
und die gemeine Ruhe, die die f offene Thore der 
Stadt unbewacht erhalt ff: er muß die ihm ttt ' 
anver- : 
* aufkünstlichen Gestellen oder sprechen, und also stumme 
Maschinen Handlungen verrichten 
** weil solche Schwierigkeit f nach weageschafter Furcht 
durch natürliche Ursachen, vor den Feind, 
und menschliche Klugheit ff und für alle Anfalle sichert 
nicht zu entwickeln stünde fff S* E. von der eifersüch- 
*** daß nicht deren einer oder Ligen Medea wider ihre Ne- j 
zwey zuhören/ vder dev sich benduhlerinn
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.