Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

340 Horazisches Sendschreiben 
mühungen und Thaten*eingehen: um so weniger 
ist zu hoffen, daß die Schönheit der Sprache in 
ihrem Werthe immerfort bleiben, und der Wohl 
laut jeho üblicher Wörter, der Zeit Troh biethen 
könne. Wie viele Ausdrücke, die bereits veral 
tet, werden nicht wieder aufleben und Mode wer 
den ; und was für eine Menge von Benennungen, 
die man je^o für acht und eigentlich ** halt, wer 
den nicht *** ins Vergessen gerathen, wenn der 
Gebrauch, der eine unumschränkte Herrschaft über 
die Sprachen führet, und bey dem es allein ste 
het, Gesetze im Reden vorzuschreiben, es also 
wird haben wollen? 
In was für Art Versen nun man großer Her 
ren und vortrefflicher Generale Thaten, wie auch 
deren geführte landverderbliche Kriege beschreiben 
könne, hat Homer zuerst gewiesen f. 
Das Trauergedicht ff mit seinen ungleich ver 
bundenen fff Versen hat Anfangs dazu gedienet, 
daß es die Klagen und Seufzer der Betrübten 
vorstellig machen sollte; nachher hat man es auch 
bey denen gebraucht, so ihres Wunsches im Lie 
ben gewahret worden, lind Gunst erlanget. Wer 
jedoch der erste Erfinder dieser zärtlichklmgenden 
abgekürzten Lieder gewesen, ch darüber streiten noch 
die Sprachkünstler, und die Sache ist noch nicht 
ausgemacht. 
Jambi- 
* mit der Zeit 
** bedeutend 
*** verdränget werden, und 
f und das sind heroische, epn 
sche Gedichte sannen Maco- 
iiium 
ff Elegien 
fff aus sechs und fünf füßir 
aen, oder Hexametern und 
Pentametern bestehenden 
t ob es der Callinvns, Theo? 
oles oder Terpander sey,
	        

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