Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

I. Buch. 265 
Felde verrichten, überwundene Feinde * seinen 
Mitbürgern vor Augen stellen, das versetzet einen 
bis an den Thron des Jupiters, und ziehet ihm 
beynahe göttliche Ehrenbezeugungen zu. Bey 
hohen Fürsten und Potentaten sich beliebt zu ma 
chen wissen, sind keine geringe Verdienste. Es 
iviederfähret aber ** nicht dem tausendsten Men 
schen das Glück, daß er nach Corinth komme. 
Denn wer da besorgt, es mögte ihm *** nicht ge 
lingen , der halt sich still und eingezogen. Gesetzt 
aber dieses. Wie siehts denn mit dem aus, der 
sich hinein gewaget, und dem es dabey geglücket? 
Hat er seine Sache wohlgemacht t ? Denn darauf 
kommts hier an: und wovon hier die Frage ist, 
stecket entweder hierinn, oder es ist nirgends zu 
finden. Dieser ff scheuet sich an die Last fff 
Hand anzulegen, weil ihn dünkt, sie überwiege 
seinen Muth und Kräfte: Jener 4 wagt es, sich 
derselben zu unterziehen, und ertragt die fch Be 
schwerlichkeiten herzhaft. Entweder muß man 
also einräumen, daß die Tugend nur ein leerer 
Name, und in der Einbildung bestehe; oder be 
kennen, daß Ehre und Belohnung mit Recht dem 
gebühre, der durch Erfahrung gewiegt, derglei 
chen edle Triebe bey sich bemerket. Wer von sei 
nen dürftigen Umstanden bey seinem Herrn nicht 
viel Worte macht, 4# erhalt mehr, als der ohn- 
R 5 beschei- 
* in Triumph aufführen, und ff der Diogenes, 
** wiedas Spröchwortvonder fff mit großen Herren um- 
Lais sonst lautet, zugehen, 
m bey einer beschäftigten Le- f ein Aristipp, 
bensart ff etwa dabey sich eräugende 
f als ein tüchtiger rechtschas- fff sondern seine Verdienste 
ftner Mann nur für ihn sprechen lasset,
	        

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