Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

> H. Buch. i6i 
seyn. Hernach, wenn ich nach dem Formular 
und nach der Vorschrift der Rechtsworte, zu der 
mir höchstnachtheiligen Bürgschaft, mich klar und 
deutlich anheischig gemacht, so habe ich alle Mühe 
wieder nach Hause zu kommen, und muß mich 
noch dazu durch eine Menge Leute durchdrängen. 
Da muß ich die, so spater nach mir kommen, mit 
Ungestüm aus dem Wege stoßen , auch mannig- 
mal böse Worte drüber einfreffen: was will der 
Narr doch, was mag er wohl so eiliges fürhaben? 
Was stößet er? Ist es denn ein schlimmer Kerl, 
so versetzt er mir wohl wieder eins in die Ribben, 
flucht und wünscht mir alles Unglück an den Hals, 
und mußt du denn, spricht er, wenn du so hastig 
bist, beym Mäcen dich für die Wohlthaten zu 
bedanken, darum gleich alles, was dir in den 
Weg kommt, stoßen? Und die Wahrheit zu sa 
gen, so freuet michö inniglich, wenn sie mich mit 
dem Mäcen scheeren, und könnte man mir nichts 
angenehmeres verweisen als die Ehre von dessen 
Bekanntschaft. Ich bin aber nicht so bald an 
die schattigten Höhen des Berges Esqvilin mit 
genauer Noth gekommen, so sprengen mich da 
tausenderley Geschäfte für andere Leute * an, die 
mir alle den Kopf warm machen, und derer ich 
mich doch nicht entschlagen kann. Da heißt es: 
Roscius läßt dich ersuchen, du mögtest doch mor 
gen frühe vor 8. Uhr bey dem Gerichte ** dich 
einfinden, und *** sein Sachwalter seyn. Ein 
Hor.n.Th. L anderer: 
* an allen Ecken und Orten Navius voneinander ge- 
** wo über den Ort des ein- schnittenen Wetzsteins, das 
gegrabenen Scheermeffers, Brunnendach aufgesetzt, 
und des von dem Weißager *** vor der Bank
	        

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