Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

Lebensbeschreibung. 29 
nen Barte durch, bald war die Weste ihm zu 
kahl, oder hatte sich den Rock schief zugeknöpft, 
bald die Nagel nicht gut beschnitten. * Als Ho- 
raz nun merkte, daß er so oft auflief, ** setzte er 
seinem Herrn gleichsam den Stul vor die Thur, 
und mogte von Nom weder hören noch sehen, 
schrieb jedennoch demMäcen die Ursache*** seines 
Aussenbleibens trocken hin. Eben das war es 
auch, was ihn so schwermüthig, so milzsüchtig, zu 
weilen auch ganz philosophisch f machte. Um sich 
nun hinterm Rücken und in Abwesenheit wieder 
zu rachen, nahm er zuweilen eine Gesellschaft zu 
sich, von der er wußte, f f daß sie nicht aus der 
Schule schwatzten. Diese hieben so dann in der 
Stille alles zur Bank, dabey denn des guten Ma- 
cens auch nicht im besten wird gedacht seyn, ob 
er es gleich nicht wahr haben will, fff 
Und gewiß, wer sich an den Horaz reiben woll 
te, dorfre es eben nicht zu weit hersuchen. Seine 
Geburt und kleine untersetzte Statur, womit Au 
gust in einem Briefe an ihn, selbst Spaß treibet, 
* daß -er in einem Scheffel zu sitzen und so zu 
schreiben Platz hätte, war allein schon genug de 
nen von ihm Beleidigten eben so viel Anlaß, ihn 
durchzuhechlen, zu geben, als dorten der gezeich 
nete Ciccrrus mit seiner ausgeschnittenen Beule, 
dem Sarment; oder der Rupiliuö # dem griechi 
schen 
* L.I. Epist.i. V. 94.96. L, I. Epist, g. v. 7,8. 
** L, r. Epist, 7, v. 74. it, «ff L, I. Epist, 5, v. 34, 25, 
vs.47.45, it.95, fff L.2.Sat,5. v. 71, 
*** c, 1, v. 25, fqq, s Suiten, in vita Homii. 
t V 3, Sät. 6. v. 60, sqq, L, 1, Sar, 5. v. 52,fqq.
	        

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