Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

HO 
Horazischer Strafgedichte 
Weintrinken und dem Schlafe zu sehr ergeben 
bist, du nichts poetisches, so der Rede werth * zu 
Markte bringen könnest. Was wird endlich dar 
aus werden? Du hast die lustigen** Tage der 
Saturnalien *** verlaufen, und f dich hieher nach 
deinem Gütgen ff in die Stille begeben. So 
schreibe doch, wenn du ja so mäßig zu thun an 
fangen willst, etwas, das mit deinem uns getha 
nen Versprechen bestehen könne, fff Fange ein 
mal an; hier kannst du dich gleichwohl mit keiner 
Störung entschuldigen. Auf die Schreibfedern 
darfst du die Schuld nicht schieben, und die arme 
Wand, der Pult, so den Poeten öfters zum An 
stoß ist, hat es nicht verdienet, daß, wenn deine 
Einfalle dir nicht gerathen, du so darauf loß to 
best : wiewohl damals dein Gesicht uns zu vielen 
ausnehmendguten Gedanken Hoffnung zu machen 
schien, wenn du erstlich auf deinem Gute einer 
wärmern Luft genießen, oder bey einem guten Ca- 
minfeuer in Ruhe sitzen würdest. Wozu schlepp 
test du sonst so viele Bücher mit, und packtest den 
spruchreichen Plato auf den beredten Comödien- 
schreiber Menander? Wozu nähmest du den 
polis/ den Archilochus/ so treffliche Satiren 
schreiber , anders zu Geführten mir? Suchest du 
etwa dadurch, wenn du so einer edlen Bemühung 
aus dem Wege gehst, 4 die Anfülle des dir zuge 
zogenen Neides und Hasses zu lindern ? O! du ar 
mer 
* und der Leute Aufmerksam- f aus dem schwärmenden Rom 
Fett verdienet, seit dem 16. Decemör. 
** 7. Fest - und Fever- ff be» Tarento 
*** da der Knecht auf den fff Erareis den Griffel und 
Herrn sitzt * und nichts mehr thust.
	        

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