Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

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Hora-ischer Strafgerichte 
II. Satire. 
Indem närrische Leute das eine Laster vermeiden wollen, so 
verfallen sie in das andere, das jenem gerade entgegen stehet. 
^^ie lüderlichen Banden der umherlaufenden 
syrischen Kunstpfeiferinnen, * die Qvack- 
salber und Balsamkramer, die betrieglichen Wahr 
sager und Bettelmünche ** , die Gauckler und 
Taschenspieler, bis auf die Schwammdrücker und 
Badejungen: alle dergleichen Gesindel gehen trau 
rig und niedergeschlagen einher über das Abster 
ben des Sängers Tigellius ***: denn er gab ih 
nen immer was zu verdienen f: dagegen ein an 
derer tt so genau war, daß er besorgte, er mögte 
für einen Durchbringer angesehen werden, daher 
er dürftigen Freunden nicht einmal soviel zu gute 
that, daß sie sich davon der Kalte und des bit 
tern Hungers hätten erwehren können. Fragt 
man diesen, warum er die fette Verlasienschaft 
von seinem Vater und Großvater her fff so lüder- 
lich durch die Gurgel gejagt, $ indem er alle Eß- 
waaren mit geborgtem Gelde, davon er doch 
theure Zinsen abtragen mußte, aufkaufte; so giebt 
er zur Antwort: e§ geschähe darum, daß er nicht 
für filzig und läppisch wollte gehalten werden. 
Daher wird er von einem gelobet, von andern 
hingegen getadelt. Fusidius der doch nicht 
umsonst so viel Ländereyen besitzt, und von Gel 
dern 
* die man sonst Ambubaien, f und war freygebig gegen sie 
von Ambub, einer Pfeife, ff den ich nicht nennen mag, 
nennet, fff in kurzer Jeit 
** der Isis und der Cvbele £ so wie man eine Pille, ohne 
* ** Hermogenes, der von mei- zu schmecken, verschluckt, 
neu Versen vorgiebt, daß sie ff der beruffene Wucherer 
nicht klingen
	        

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