Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

II 
I. Buch. 
sich die Schwindsucht an den Hals gramen, 
daß eine fremde Ziege ein dicker Euter hat * ? 
und sich nicht lieber mit dem großen Haufen de 
rer , die armer sind als er, in Vergleichung stel 
len ? Sollte er diesen und jenen ** zu übertref 
fen suchen? Wer so gesinnet, zum Reichthum 
eilet, dem stehet immer ein anderer vor Augen, 
der noch mehr, als er, hat: so wie, wenn rasche 
Pferde beym Wagenrennen in den olympischen 
Spielen, die aus den Schranken gelassene zwey- 
oder vierspännige Wagen fortreißen, der Fuhr 
mann hinter denjenigen, die den seinigen zuvor 
kommen, hurtig ansetzt, um sie zu erreichen; 
hingegen die, welchen er vorbeugt, und die unter 
den hintersten sich befinden, mit Verachtung an 
flehet. Daher geschieht es, daß man selten einen 
findet, der sagen könne, er habe glücklich gelebet, 
und welcher nach vollbrachter Lebenszeit, wie ein 
gesättigter Gast vom Gastmahl *** scheide; 
Nun ist eö genug. Und damit du nicht den 
ken sollst, ich hätte des abgeschmackten triefäugig- 
ten CrispinuS stoische Bücherschränke durchge- 
fchnaubet, und seine Schriften ausgeschmieret; 
so will ich kein Wörtgen mehr hinzufügen. 
II. Sa- 
* und mehr Milch als die fsu ** an Vermögen 
nige giebt *** also er von dieser Welt,
	        

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