Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

l. Buch. 9 
haben. Wie aber? * wenn einen die Kälte über 
fällt, und der Leib Ungemach darob empfindet, 
oder ein sonstiger Zufall einen auf das Kranken 
bette leget, so hat man doch alsdann jemanden, 
der bey einem sitzet, Umschläge machet, und Arz 
ney zureichet; der den Arzt ersuchet, uns bald aus 
dem Bette ** zu verhelfen, uns unsern lieben 
Kindern und Anverwandten wieder zu schenken. *** 
Vielleicht aber siehet deine Frau, dein Sohn nicht 
gerne, daß du Geizhals wieder zurechte kommest: 
es hassen dich s alle deine Nachbarn , Jungen 
und Magdgen. Wunderst du dich, der du doch 
deinen Mammon allen andern Dingen in der 
Welt vorziehest, daß niemand dir Liebe erzeiget, 
da du es doch keinesweges verschuldet ? Wie aber ? 
wenn du deine Anverwandten, die dir die Natur 
zuschanzet / ohne große Mühe gerne zu Willen 
und zu Freunden behalten wolltest, so würdest du. 
Unglückseliger, dich alsdann nur vergebens dar 
um bemühen: eben als wenn jemand einen Esel 
abrichten wollte, sich durch Zaum und Gebiß re 
gieren zu lassen, und auf dem Martisplatze einen 
Wettlauf zu thun. Höre demnach einmal auf, 
Geld und Gut zusammenzukratzen: je mehr Gü 
ter du besitzest, um so weniger darfst du befürch 
ten, daß du verarmen werdest. Und nachdem 
du so viel beysammen hast, als du gewünschet, 
so fange endlich an, den Nahrungssorgen abzusagen. 
Mache es aber nicht wie ein gewisser mit Namen 
Umidiuö, die Erzählung ist nicht lange, der so reich 
A s war, 
* sprichst du, *** Ich antworte hierauf: 
** und ;nr Genesung f deiner Filzigkeit wegen
	        

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