Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

6 Horazischer Strafgerichte 
träget; wohl wissende, daß es ihr auf den bevor 
stehenden Winter, darauf sie sich sorgfältig ver 
stehet, nöthig thun werde. Jedoch, sobald der 
Wassermann * ihr das zu Ende gehende Jahr 
mit Regen und Schnee vergreuelt, gehet sie nicht 
mehr auf Nahrung aus, sondern bedienet sich 
weislich und sparsamlich dessen, was sie zuvor 
eingesammlet hatte. Da hingegen dich, du Gei 
ziger , weder die brennende Hitze, noch Frost und 
Kalte, so wenig die See als das Kriegsschwert 
vom Wucher und Gewinn abhalten kann. Nichts 
muß dir int Wege seyn, nur damit kein anderer, 
reicher als du, seyn möge. Was hilft dir aber, 
wenn du gleich noch so unermeßliche Summen 
Silbers und Goldes in großer Furcht ** heimlich 
in die Erde vergräbest? Ja, *** wenn man aber 
immer davon abnimmt, so wird es zuletzt klein 
genug, und zu einem geringen Pfennige werden. 
Allein ich setze nun den Fall, dieß geschahe nicht, 
was hat denn der zusammengekratzte Haufen wohl 
schönes alsdann an sich? Laß seyn, daß du auf 
deiner Tenne hunderttausend Scheffel Korns aus 
gedroschen f, deswegen wird dein Magen darum 
doch nicht mehr als der meinige davon tragen, 
und wird dir es eben so ergehen, als einem 
Knechte, dem sein Herr, unter den zum Verkauf 
geführten Sklaven, in einem von Reißern ge 
flochtenen Korbe, den Vorrath von Brot auf den 
Schultern ihm nachzutragen gegeben; als welcher 
darum nichts mehr davon abkriegt, als der, so 
nichts 
* im Jänner *** sprichst dtt, 
** um nicht gesehen zu werden, f und für dich erarnet
	        

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