Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

244 Horazischer Lieder 
daß vermöge eurer Anordnung undWei'ßaguugen 
die trojanischen Flüchtlinge an das lavinische Ufer 
gelandet, und nachdem ein Theil derselben ihr 
liebes Vaterland und Stadt durch glückliche 
Schiffahrt verwechseln müssen, sich hier niederge 
lassen: denen der fromme Aeneas einen freyen 
Weg mitten durch die Flammen des brennenden 
Trojens unverletzt zu gehen, gebahnet, in Hoff 
nung, so wie er nach Verstörung seiner Vater 
stadt dennoch wohlbehalten blieb, auch sie mit 
dem Besitz eines blühendem Reichs, als das war, 
so sie verließen, zu beglücken: so verleihet, o 
Götter, der Jugend, als jener Absprossen, die nö 
thige Gelernigkeit und redliche rechtschaffene Sit 
ten; verleihet denen Alten Frieden und sichere 
Ruhe, und überhaupt dem römischen Reiche, 
Vermögen, * Kinder, Ehre und Ansehen. In 
sonderheit, o Götter, gebet dem vortrefflichen 
Abstämmlinge von dem Anchises und der Venus, 
dem großen Fürsten, der allhier an dem heutigen 
Tage weiße Ochsen auf euren Altären opfert, zu 
seiner Regierung Glück, und Sieg über seine Fein 
de , die nur zu Kriegen und Blutvergießen Lust 
haben: verleihet ihm Sanftmuth und Gelindig 
keit gegen die Nationen, so sich unter seinem 
Scepter bücken. Es fürchtet der Parther bereits 
deßen Macht zu Wasser und zu Lande, und er 
schrickt für unsern albanischen Beilen**: die Scy 
then und Indianer, die sonst so trotzig und ver 
wegen unsere Provinzen verheeret, holen nun 
schon 
* Unterthanen, 
"" als' alten Zeichen der obrigkeitlichen Würde
	        
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