Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

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III* Buch. 
XIII. Ode. 
An den Brunnen der Blandufla, bey sei 
nem Landgute in Sabinien. 
Er lobet dessen trefliche Eigenschaft, und verspricht ihm zu opfern. 
<JNu schöner Brunn der Göttinn Blandusia 
heilig, deßen Wasser klärer als ein Erystall, 
auch wohl verdienet, daß man deiner geheiligten 
Qvelle in einer vollen Schaale süßen Weins, mit 
einer Krone von wohlriechenden Blumen bedeckt, 
ein Opfer bringe. Morgen habe ich dir ein jun 
ges bekränztes Ziegenböcklein zu schlachten zuge 
dacht, dem die krause Stirne von den erst hervor 
stechenden Hörnern schon anschwillet, und welches * 
zu springen, und mit andern seiner Art, um eine 
Buhlinn sich herum zu stoßen, wiewohl vergeb 
lich sich anschickt: denn dieses Lamm der bockzen- 
den Heerde, soll dir den Rand deiner eißkalten 
Bachlein mit seinem Blute roth färben. 
Die unerträgliche Sonnenhitze in den Hunds- 
tagen kann niemals durch deinen dichten Schat 
ten dringen: du giebst denen durch den Pstug ab 
gematteten Ochsen, und anderm herum irrenden 
Viehe ** eine angenehme Kühl- und Erfrischung. 
Du sollst mir mit der Zeit auch noch einer von 
den berühmtesten Brunnen werden, wenn ich das 
Eichwäldgen, zwischen deßen hohlen Felsen- 
stücken, deine lispelndrauschende Wässergen sanfte 
herab riefeln, wie einen dir geweiheten Altar in 
Versen werde besungen haben. 
XIV. 
* nach dem Blatt ** an diesen deinen belaubten Ufern
	        

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