Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

H. Buch. 71 
nen. Es fürchten die Mütter, du mögtest ihre 
junge Schnüfler in dein Netz locken; die kargen 
Alten sind für ihre verthuerifche Söhne besorgt, 
und die armen jüngstverehelichten Jungfrauen müs 
sen sich befahren, ihre Jungmänner mögten Wind 
von dir kriegen, und deine Gunst, nach welcher sie 
so wiehern, sie ihnen abspenstig machen. 
ix. Ode. 
An den Valgius. 
kr sollte einmal aufhören, den Tod des jungen Mysteö zu de- 
trauren. 
§^>ein Freund Valgius, es fallen nicht immer 
Platzregen aus trüben Wolken auf die 
Aecker, und machen sie hulpericht; die veränder 
lichen Sturmwinde beunruhigen auch nicht fort 
und fort das wilde caspische Meer; noch stehet 
daö Eis das ganze Jahr hindurch, so steif und 
gefroren auf den armenischen Ufern. Die Eich 
wälder des Berges Garganus * werden nicht 
ohnaufhörlich von den Nordwinden so stark mit 
genommen, noch bleiben die wilden Eschen und 
Häynebüchen ihrer Blätter und grünen Zweige 
ewig beraubt. Du aber, mein lieber Valgius, 
bestehest auf deinem Vorfanden dir ** entrissenen 
Mystes in kläglichen Trauerliedern zu beweinen, 
und lässet deine Sehnsucht nach ihm, weder dann 
nach, wenn der Venusstern des Abends aufgehet, 
noch wenn er vor der anbrechenden Sonne des 
Morgens fliehet. Bedenke aber, daß der***Ne- 
E 4 stör 
* in Apulien " durch den Tod *** König in Peloponnes
	        

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