Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

I» Buch. 13 
lichen Liebe geneußt! Sich mit der Hofnung 
schmeichlend, du werdest immer in ledigen Stan 
de, und ihm mit eben solcher Gunst zugethan ver 
bleiben, ohne zu erwegen, daß die Gewogenheit 
des Frauenzimmers so unbeständig wie das April- 
lenwetter ist. 0! wie übel sind die dran, denen 
du ins Auge stichst, bevor sie deinen Wankelmuth 
, auf die Probe gestellet. Ich weis ein Liedgen da 
von zu singen. Die in des Neptunus Tempel* 
aufgehenkte Tafel und Gemälde zeigen dar, wie ich 
meine, vom Liebeöjchifbruch noch nasse Kleider die 
sem mächtigen Meergotte zu Ehren gewidmet. ** 
VI. Ode. 
An den M. Agrippa. 
Weil sich des Agrippa und anderer Thaten in lyrischen Versen 
nicht beschreiben liessen, so wollte er nur von Gastereyen und 
LiedeSsachen in seinen Versen handeln. 
F>u magst, mein Agrippa, vom Variuö,dem 
Verfasser der Trauerspiele, dich als einen 
tapfern Held und Ueberwinder der Feinde, in hoch 
steigend - prächtigen Versen nach homerischer 
erhabenen Schreibart abschildern lassen, und was 
für Thaten deine brave Truppen, die sich sowohl 
zur See als zu Landes so hervor gethan, unter dei 
ner Anführung verrichtet. Denn ich, 0 Agrippa, 
unterstehe mich nicht, weder diese ss zu beschreiben, 
noch den schweren Unwillen des unerbittlichen und 
durchalls nicht nachgebenden Achilles, noch des 
ver- 
* $ Erfüllung meines Gelüb- Göttern sey Dank! entgan- 
des gen bin. 
** mithin dem Betrüge der Lie- f in Gallien und sonst 
be mit genauer Noth, den tt deitit Thaten
	        

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