Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

II 
I. Buch. 
darüber her, die auf dem Lande eingetrockneten 
Schiffe durch Walzen und Machinen ins Wasser zu 
bringen: Selbst das Vieh hat so wenig Lust lan 
ger im Stalle eingesperrt zu bleiben, als derAckers- 
mann beym warmen Heerde zu sitzen: Die Wie 
sen sind nicht mehr von weißem Reis und Frost 
belegt. Die Liebesgöttin aus der Insul Cythera 
führt bereits bey Mondenschein ihre Reihen auf, 
und die Huldgöttinnen * und angenehme Nym 
phenschaar springen, miteinander sich umfassend, 
auf einen Fuß um den andern wacker herum, wah 
rend daß ihr Mann Vulcan das Feuer auf den 
Eßen der Cyclopen eifrigst anschüret. Nun ist es 
Zeit, Kränze von grünem Myrthen oder wohlrie 
chenden Blumen, so das aufgeschlossene Erdreich 
hervorbringet, zu winden, und das eingesalbte 
Haupt damit zu umzieren. Anjeßo muß man auch 
in den schattigten Haynen dem ** Faunus ein 
Opfer bringen, es mag nun solches init einem 
Schafe, oder, wenn es ihm lieber wäre, mit einem 
Böcklein *** geschehen. Man muß, mein beglück 
ter Scxtius, der Zeit wahrnehmen. Der blaffe 
Tod klopft doch endlich mit seinem Knochenfuße 
eben sowohl an die Palläste der Großen, als an 
die schlechten Bauerhütten armer Leute an; und 
wir mögen noch so lange leben, so lässet dieses al 
les doch nicht zu, daß wir uns große Rechnung 
auf was gewisses auszuführen, machen können. 
Es wird nicht lange dauren, so wird die alles ver 
dunkelnde Todeönacht dich selbst überfallen: Bald, 
bald 
* die Gratien, *** ihm jll Ehren 
** Waldgotte
	        

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