Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

Lebensbeschreibung. uz 
viel Gift wächst. Diese Fabel stehet er für be- 
qvemen Stof zu Ausführung seines Vorhabens 
an, und führet fast durch die ganze Ode durch, 
wie Medea den Jason beschmieret, so, daß Horaz 
den Knoblauch endlich gar für dergleichen giftiges 
Gewächse, die sie dazu gebrauchet, ausgiebt; 
worüber Scaliger sich zu tode ärgern will , daß 
er einen Umstand in die Fabellehre hineingeflickt, 
der ganz unrichtig ist. Das Bestreichen des Lei 
bes an dem Jason, wird mit dem Begriffe von 
dem Kleide verknüpft, welches die Dejanira, wie 
wohl in guter Meynung, ihrem Gemahl dem 
Herkules, als ein von ihm verlangtes Festkleid zu 
geschicket, nachdem sie es vorher mit dem, von je 
nes Pfeilen vergiftetem Blute des Nessus ange 
macht, und ihn solchergestalt hingerichtet. Zuletzt 
wünscht er dem Mäcen, den er einiger maßen mit 
dem Jason, und seine Gemahlinn mit der Dejani 
ra in Vergleichung stellet, zur Strafe, daß er al 
lein schlafen müßte, (weil er bey den Schmerzen 
die Nacht auch schlaflos hinbringen müssen) wel 
ches er wußte, daß es dem Mäcen schwer genug 
eingienge. In dieser Ode stecket der Stof zu der 
ohne einer, nächst darauf folgenden Zauberode 
auf die Canidia. Es wäre denn, daß man gar 
behaupten wollte, als wenn die nächste und vierdte 
auf den Mena gemachte schmähsüchtige Ode dem 
Mäcen für den Knoblauchspoffen was unter die 
Nase hätte reiben wollen, weil unterschiedene Um 
stände auf ihn sich wohl paffen, lind daß Horaz 
hier nur einen andern zum Stichblatt brauche.
	        

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