Full text: Ungebundene Uebersetzungen der Gedichte des Q. Horatius Flaccus

98 Horaz 
Blitze des Kriegsfeuers lange hatte ertragen kön 
nen. Daher wollte er lieber wie ein friedlieben 
der * Schwan, oder wie ein von seinen Jungen 
verscheuchtes Feldhüngen ** davon fliegen, den 
Kriegsschild im Stiche lassen, und in das lager 
der Musen wieder übergehen. Da schiene es 
ihm rathsamer zu seyn, unter die Flügel des Mer- 
curs sich zu verbergen, als im Schlachtfelds sich 
todschießen zu lassen, davon kein wiederkehren 
wäre. Denn da konnte er noch allenfalls, wie 
ein lyrischer Dichter und spitziger Satirenschrei- 
der mit der Aegis, dem fürchterlichen Schilde 
der Minerven sich decken, und ferne Feinde, wie 
das Haupt der Medusen durch den bloßen 
Anblick seiner Schriften in Steine *** ver 
wandten , oder sie mit seiner poetischen leyer, 
wie der Amphion, sich vom Halse leyren, und 
wie Orpheus die ganze Schaar der Höllen zah 
men und kirre machen. Wiewohl Horaz schul 
diget seine Zaghaftigkeit selber an, wer kan ihn 
fester machen, als er sich selbst findet? Er wußte 
wohl, daß Mars über ihn als einen virum 
Mercurialem, f und einzuweihenden Priester der 
Musen ff keine Gewalt hatte. Und ob er gleich 
dem Ennius an Tapferkeit nicht das Wasser 
reichte, so bleiben seine lehren, die er von dieser 
Tugend giebt, doch allemal eine Aufmunterung 
zu löblichen Kriegsthaten, fff Wie er denn diese 
Ent- 
* L. 7. OJ. 20. v, i* er 10. ff I.. 3, Od.i. v.3. 
** Epod. I, v. I§. sq. fff L. I, Epist, 17. v. 
*** E. J. 06.4. v.;;- 58. Epilt. 18. v. 52. sqq. v. 60. 
f L, 2» Od. 17, Vf 2A. sqq. E.Cd, 2, p, t.
	        

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