Full text: Führer durch J. G. Egestorff's Aquarium zu Hannover

Fische. Rundmäuler. 
23 
der beiden Rückenflossen läuft in die Schwanzflosse über. Zwischen 
den beiden Augen liegt ein unpaariges Nasenloch. An jeder Seite 
befinden sich 7 Kiemenlöcher. Das Neunauge ist ein Wanderfisch 
und steigt im Frühling aus den Meeren in die Flüsse auf, um dort 
zu laichen. Im Herbste kehren sie wieder ins Meer zurück, wobei 
sie nicht, wie andere zurückkehrende Fische, abgemagert, sondern 
sehr wohlgenährt sind und daher sowohl im Frühling als im Herbst 
gefangen werden. Es scheint jedoch, als wenn sie kurz nach voll 
endetem Laichgeschäft absterben. Das Neunauge ist der einzige 
Fisch, bei dem wir eine Metamorphose finden. Der Quarder (Am- 
mocoetes), ein bisher als selbständige Gattung beschriebener Fisch, 
welcher viel mehr einem Wurm, als einem Fische gleicht, ist die 
Larvenform des Neunauges. Hauptsächlich an der Küste und in den 
Flüssen Norddeutschlands. 1—l 1 ^ - 
Classe Insecta. 
Der Körper der Insecten zerfällt in eine Reihe hintereinander liegender 
hinge (Segmente). Aber diese Gliederung geht nicht so weit, wie wir es 
später bei den Würmern kennen lernen, sondern beschränkt sich nur aut die 
äussere Haut. Bestimmte Segmente vereinigen sieh zu drei deutlich von ein 
ander geschiedenen Hauptregionen des Körpers, nämlich Kopf, Brust und 
Hinterleib. Der Kopf besteht aus 5 Segmenten und trägt die beiden Fühler 
and die Augen. Erstere dienen zun» Tasten und zur Regulirung des Fluges 
oder Ganges; ob sie der Sitz des Geruchs oder Gehörs sind, wie man wohl 
angenommen hat, ist noch zweifelhaft. Die Augen kommen in verschiedener 
Form vor, entweder als einfache (Punktaugen), oder als zusammengesetzte 
(Netzangen), welche aus einer Menge von kleinen Facetten bestehen. Leu- 
e n h o e k fand im Auge einer Wasserjungfer über 12)00, Geoffroy im 
Auge eines Schmetterlings über 30000 solcher Facetten. Am Kopte befinden 
s >ch ferner noch drei Paare von Fresswerkzeugen, welche seitliche Bewegung 
bähen. Der zweite Hauptabschnitt des Insectenkörpers, die Brust, besteht 
ai, s 3 Segmenten und trägt die Bewegungsorgane, drei Paar gegliederte Beine 
Un d häufig auch t—2 Paar Flügel. Der dritte und letzte Hauptabschnitt, 
der Hinterleib, vereinigt die grösste Menge ton Segmenten, nämlich 11, von 
denen jedoch häufig einige nicht ausgebildet, oder zu Anhängen (Legebohrer-, 
Legescheide, Giftstachel) umgewandelt werden. Die äussere Körperbedeckung 
( *er Inseeten besteht aus einer mehr oder weniger starken Schicht einer son 
derbaren Substanz, des Chitins, welches von der Haut abgesondert wird. Die 
Eingeweide verlaufen strangförmig und füllen die Körperhöhle nicht aus. 
Las Herz ist ein an beiden Enden offener, mit seitlichen Klappen versehener
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.