Full text: Die Familie Pfeiffer

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schlagen mit Entschiedenheit ablehnten. Mit 16 
Jahren ging er zur Universität, zunächst nach Göt 
tingen, später nach Marburg, wo er nach absol- 
virtem Studium der Medicin am 4. Juli 1825 
promooirte. Das nächste Jahr brachte er zu seiner 
weiteren Ausbildung in Paris und Berlin zu. Im 
Herbst 1826 in seine Vaterstadt zurückgekehrt, be 
gann er seine ärztliche Praxis und bekleidete mehrere 
Jahre zugleich eine ihm übertragene Stelle als 
Armenarzt. Im Jahre 1831 folgte er einem von 
Polen aus an deutsche Ärzte ergangenen Aufruf 
und wirkte dort als Stabsarzt in Lazienka, Po- 
monsk und dem großen Alexander - Hospital zu 
Warschau. Außer den zahlreichen Verwundeten 
nahmen seine angestrengte Thätigkeit insbesondere 
die im Lazarett befindlichen Cholerakranken in An 
spruch. Nach der am 8. September erfolgten 
Kapitulation Warschaus ergingen an ihn wieder 
holt dringliche Aufforderungen unter den vorteil 
haftesten Bedingungen, in russischen Diensten dort 
zu verbleiben; es widerstrebte aber seinem Gefühl, 
nachdem er in hoher Begeisterung und warmer 
Sympathie den unglücklichen Polen seine Kräfte 
gewidmet, nunmehr in die Reihen ihrer Besieger 
überzugehen. So kehrte er nach dreimonatlicher 
Abwesenheit nach Kassel ins elterliche Haus zurück, 
wo es überdies galt, die durch den inzwischen
	        

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