Full text: Die Verfassung der Saline Sooden a. d. Werra seit der sog. ewigen Lokation vom 3. Mai 1586 bis zu ihrem 1866 erfolgten Übergang an Preußen

Daß diese Neuerungen sich bewährt haben, beweisen die 
später erfolgten rühmlichen Anerkennungen und noch mehr 
die erzielten Erfolge. Allerdings ist die Ersparnis nicht so 
groß gewesen, wie Waitz sie schätzte. Dies lag vor allem an 
der in den späteren Jahren noch in Rechnung zu stellenden 
Winnungsschuld der Södermeister aus früherer Zeit. Immer 
hin wird vom Salzamt der Mehrertrag der Saline infolge der 
von Waitz durchgeführten Umgestaltung der Salzwerksein- 
richtungen nach Abzug aller rückständigen Verpflichtungen 
auf die beträchtliche Summe von 10 556 Rtlr. veranschlagt 33 . 
Dieser Erfolg ist außerdem auch der durch W. durchge 
führten Reform und zweckmäßigeren Gestaltung des Rech 
nungswesens zu verdanken, insbesondere der vortrefflichen 
Regelung des Abrechnungswesens mit den Meistern, wovon 
später die Rede ist. 
Die Kohlenfeuerung war durch W. so vervollkommnet 
worden, daß 1737 36 000 Maß Kohlen, die vordem nicht für 
den Brand in 13 Koten ausreichten, für die Versiedung von 
6000 Pf., also fast der ganzen Jahresproduktion, genügt 
hätten. 1732 bis 1734 wurden durchschnittlich 6292 Werke 
im Jahr, 1738 6407 Werke (davon mit 12- bis 181ötiger Sole 
6079 Werke) gesotten — ein Beweis für den guten Zustand 
der Gradierhäuser, für die 1732 eine neue Betriebsordnung 
erlassen worden war. Nur mit Rücksicht auf den großen 
Holzvorrat wurden damals nicht alle Kote für Kohlenfeuerung 
umgebaut * 24 . 
Die Holzmeister befanden sich bei dieser Entwicklung in 
einer sehr schlechten Lage. An 1 Werk blieben ihnen als 
Verdienst nur 18 alb. Die Salzbeamten sahen sich veranlaßt, 
dagegen Schritte zu unternehmen. Im Oktober 1738 wurde 
die Winnung beim Versieden 12- bis 141ötiger Sole und ange 
sichts der herabgesetzten Preise der Brennmaterialien für 
1 Solhauswerk auf 6 Rtlr. 21 alb. 4 h. angesetzt. Am 17. Sept. 
1739 ließ die Rentkammer auf allerhöchsten Befehl den gänz 
lichen Erlaß der alten Winnungsschuld bekanntmachen 25 . Be 
reits am 7. desselben Monats war die Gleichhaltung der 
Södermeister in Ansehung der Siedungsbedingungen ange 
2 f ' M. St.-A., O. St. S., 9105. 
24 M. St.-A., O. St. S., 9108: Brief d. Obersalzgräfen Waitz v. 18, 
März 1737, 
Zur Minderung der Feuersgefahr wurden lt. Anordnung der Regie 
rung vom 8. Juli 1737 die Strohdächer der Kote beseitigt und dafür 
neue mit Ziegeln angebracht. (M. St.-A., O. St. S., 9109.) 
25 Ab 1740 ist in den Salzwerksrechnungen keine Winnungsschuld 
mehr verzeichnet. (Siehe Anhang Nr. 4.) 
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