Full text: Die Verfassung der Saline Sooden a. d. Werra seit der sog. ewigen Lokation vom 3. Mai 1586 bis zu ihrem 1866 erfolgten Übergang an Preußen

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Grundsätzen seines Vaters 25 .“ Dies Urteil trifft auch für 
manche Anordnungen des Landgrafen hinsichtlich des Salz 
wesens zu. 
Bei dem Verschleiß des Soodener Salzes ergaben sich 
erst in den späteren Jahren des 30jährigen Krieges Schwie 
rigkeiten. Auf den Verbrauch im Inland entfiel der weit 
aus größere Teil der Salzerzeugung. Allein der Gewinn 
beim Salzverschleiß über die Faktorei in Kassel betrug 1623 
und 1624 1784 fl. 12 alb. 3 h. bzw. 1573 fl. 3 alb. 2 h. In 
einem Schriftstück vom Jahre 1613 wird auf die den Ver 
trieb des Soodener Salzes erschwerende Konkurrenz von 
Salzwerken in der Wetterau, um Fulda und in Westfalen 
hingewiesen, ferner darauf, daß wegen der in dieser Gegend 
gegenüber dem Inland hochwertigen Münzen das Salz vor 
zugsweise dorthin gebracht würde 26 . Gegen diese Mißstände 
richtete sich ein am 26. Nov. 1613 ergangenes Ausschreiben, 
das die Einfuhr fremden Salzes verbot und mit hohen Strafen 
belegte 27 . Das am 31. Juli 1621 ergangene Ausschreiben 
wandte sich gegen die Bezahlung der Fuhrleute seitens der 
Salzverbraucher mit „schlechter“ Münze, eine Folgeerschei 
nung der durch die Kipper- und Wipperzeit hervorgerufe 
nen unsicheren Münzverhältnisse 28 . 
Auch dem ausländischen Absatz schenkte Landgraf Moritz 
seine Aufmerksamkeit. Am 31. Okt. 1613 gab er der nach Soo 
den entsandten Kommission die Anregung, von Schmalkalden 
aus, wo er 1623 (1613?) eine Salzfaktorei anlegte, das Soodener 
Salz mit Schiffen nach Würzburg und Bamberg befördern 
und als Rückfracht Frankenwein laden zu lassen. Besonders 
war es Moritz, der durch Erweiterung der Schiffahrt den 
Handelsstädten am Rhein und in Süddeutschland nahekom 
men und dem Verkehr ein Hinterland erschließen wollte 29 . 
Im Dez. 1618 wurde auf 10 versiegelten Karren Salz nach 
Straßburg gebracht, wo ein Bürger mit dem Verkauf beauf- 
25 v. Rommel, a. a. O., S. 673. Die Siedebedingungen waren wesentl. 
verschärft worden. In 26 „Beschwerungs Puncten“ brachten die Meister 
1613 ihre Klagen darüber vor. (Priv. Coli.) 
26 Priv. Coli. 
27 H. L.-O., 1. Bd., S. 526. Später ähnl. Verord. 1617 u. 1621. 
(S. 592/3 u. 610.) 
28 Kürschner, Hess. Gesch. f. Schule u. Haus. Marburg 1923, S. 71: 
Der Reichstaler galt 1606 noch 32 alb., 1618 anderthalb mal so viel, 
1622 das Zwanzigfache. Über das Beschneiden von Münzen s. H. L.-O., 
2. Bd., S. 663 u. besond. S. 359/60. (Kipper- u. Wipperverordnung v. 
12. Sept. 1656.) 
29 Priv. Coli. Brunner, Beiträge z. Geschichte der Schiffahrt i. 
Hessen, besond. auf d. Fulda. Ztschr. d. Vereins f. hess. Gesch. u. Landesk. 
Neue Folge, 16. Bd., S. 227.
	        

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