Full text: Die Verfassung der Saline Sooden a. d. Werra seit der sog. ewigen Lokation vom 3. Mai 1586 bis zu ihrem 1866 erfolgten Übergang an Preußen

entfernte zugleich bei der Förderung der Sole in die Abfluß 
rinnen die wilden Wasser, welche über einen den Brunnen 
umgebenden Stollen in den Solgraben und weiter in die nahe 
Werra geleitet wurden. 
Daß die Ergiebigkeit der Solquellen stark von den Witte 
rungsverhältnissen abhängt, beweisen die immer wiederkeh 
renden Klagen der Salzbeamten über geringen Salzgehalt der 
Sole bei anhaltender Trockenheit. Die Sole war am besten 
vom Beginn des Frühjahrs bis Ende Juni, in einer Zeit, in 
welcher die Niederschläge am häufigsten sind. Dies erklärt 
sich daraus, daß infolge der Regenfälle die Steinsalzlager 
durch die in das Erdinnere dringende Feuchtigkeit erweicht 
werden. Die so in verstärktem Maße abgespülten Salze wir 
ken sich naturgemäß in einem erhöhten Salzgehalt der Sol 
quellen aus. „Je nässer das Jahr, je besser und mehr Soole“; 
„feuchte Jahre bringen gute Soole“. „Je höher das Wasser in 
der Werra, desto mehr Soole im Born, je mehr Soole aber, 
desto kräftiger und schwerer an Gewicht.“ (Salzbibel.) 
Die Sole hatte einen Salzgehalt von 5—6 Lot. Nach einer 
Messung vom 12. April 1587 gab der Salzbrunnen in einer 
Stunde 10 Fuder 2 Ohm öVälötige Sole 8 . Diese Ziffern geben 
ungefähr die durchschnittliche Ergiebigkeit an. Die Eichung 
der Sole war monatlich, seit 1709 auf Veranlassung des 
Landgrafen Karl wöchentlich vorzunehmen 9 . 
b) Einrichtungen und Maßnahmen für die 
Durchführung der Siedungen. 
1. Die Produktionsanlagen. 
Zur Zeit des Abschlusses der ewigen Lokation wurde in 
87 Koten, aus Holz und Lehm gebauten und mit Strohdächern 
versehenen Siedehäusern, gesotten. Um 1600 befanden sich 
8 M. St.-A., O. St. S., 9102. — Die Sole der Saline Schönebeck ent 
hielt nach einer am anderen Ort zitierten Beschreibung v. Jahre 1791 
12—14 Lot Salz, die der Saline Halle in den vier Brunnen 13—161/2 Lot. 
(Joh. Christ. Förster, Beschreibung und Geschichte des Hallischen Salz 
werks. Halle 1793, S. 5.) 
9 Zur Vornahme der Eichung nahm man ein Glas und 2 Gewichte, 
von denen das eine dem Gewicht des leeren Glases, das andere dem 
Gewicht des mit Süßwasser gefüllten Glases entsprach. Der 4. Teil 
dieses Gewichtsunterschiedes ergab die 32 Lot, die der Eiche zugrunde 
gelegt wurden. Das peinlich gesäuberte und mit Sole gefüllte Glas 
stellte man auf eine der beiden Wagschalen, während man die andere 
mit dem Gewicht des leeren Glases, mit dem Gewicht des Süßwassers 
und mit den jeweilig bis zur Ausbalancierung der Wagschalen erforder 
lichen Loten beschwerte. Soviel von letzteren dazu nötig waren, soviel 
Lot enthielt die Sole. (Eine ähnliche, ebenso scharfsinnige Eichung war 
in Dürrenberg üblich. S. Chr. F. Münzing, Beschreibung d. Königl. Sächs. 
Saline Dürrenberg. Freyberg 1808, Anm. S. 8—10.)
	        

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