Full text: Die Verfassung der Saline Sooden a. d. Werra seit der sog. ewigen Lokation vom 3. Mai 1586 bis zu ihrem 1866 erfolgten Übergang an Preußen

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zinbezirke eingeteilt. In den Bezirken wurden nach Er 
fordernis Magazine angelegt. Eine nach der Zahl der Ein 
wohner (p. Kopf 14 Pfund) und unter Berücksichtigung 
des außerordentlich großen landwirtschaftlichen und gewerb 
lichen Bedarfs bestimmte Salzmenge wurde jeder Gemeinde 
angewiesen. Mit der Verteilung des Salzes auf Kosten der 
Verbraucher wurden die einzelnen Ortsvorstände, die dazu 
wieder geeignete Personen nehmen konnten, beauftragt. Der 
Preis des auf Staatskosten in die Magazine gebrachten Sal 
zes, der vordem schwankend und auch weit höher war, wurde 
auf 8 Hlr. für das Pfund und auf 4 Tlr. 4 Ggr. für den Sack 
zu 200 kölnische Pfund festgesetzt 28 . Der über die festge 
setzte Salzmenge hinausgehende Salzverbrauch mußte mit 
dem in Preußen geltenden höheren Regiepreis von 7 Tlr. 
10 Ggr. für 200 köln. Pfund bezahlt werden, um den bei den 
unterschiedlichen Salzpreisen immer wieder auftretenden 
Salzschmuggel nach Preußen möglichst zu verhindern. Die 
Einfuhr fremden Salzes durfte nur auf Rechnung der Regie 
rung, die Durchfuhr lediglich unter Beachtung besonders 
getroffener Sicherungsmaßnahmen und mit Genehmigung des 
Finanzministeriums erfolgen. Die zu benutzenden Durchfuhr- 
und Übergangsstraßen waren genau vorgeschrieben. Ausfuhr, 
mit Ausnahme der Ausfuhr Nauheims in die großherzoglich 
hessische Provinz Oberhessen, durfte nur auf Rechnung der 
Regieverwaltung und mit dem Zugeständnis der betreffenden 
Zollvereinsstaaten stattfinden 29 . 
Das Gesetz bewährte sich nicht. Einerseits erfuhr die 
Staatskasse, da bei dem Bruttoerlös von 8 h. p. Pfund die 
Transportkosten für die Anfuhr in die Magazine noch ab 
gingen, einen beträchtlichen Einnahmeausfall; andrerseits er 
hielten die Verbraucher geringwertigeres Salz als früher, da 
die Sälzer ihr Salz gewissenhaft vor Nässe schützten, was 
sowohl den Verbrauchern wie ihnen selbst, weil das Salz aus 
gemessen (nicht gewogen) wurde, zugute kam. Bei der Ma 
gazinwirtschaft waren die Verwalter weit weniger sorgfältig, 
da gerade feuchtes Salz für sie bei dem nunmehrigen Aus 
wiegen vorteilhaft war. Zudem stellte sich der Salzpreis 
für Verbraucher, die weit von den Magazinen wohnten, durch 
28 Beim Kleinverkauf durch die Krämer erhöhte sich in Wirklich 
keit aber durch die Aufschläge f. d. Transportkosten aus den Magazinen 
bis zu den Verkaufsorten und für die Provisionszahlungen der Preis 
auf 9 bis 10 h. pro Pfund. 
29 Ges.-Samml. f. Kurhess., Ges. v. 31. Jan. 1832, S. 42 ff. 
Im Kreis Schmalkalden (eine in Thüringen gelegene kurhessische 
Enklave) wurde lt. Verfügung v. 1. 3. 1834 die Salzregie eingeführt. 
(Ges.-Samml. f. Kurhess. 1834, S. 11 ff.)
	        

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