Full text: Auf falschen Pfaden

verbreiten einen goldigen, hellen Schein nnb lassen 
ihr Licht in die Herzen Aller dringen, so das; 
heller Jnbel nnd nngetrübter Frohsinn sich überall 
knndgiebt. Gar frohe Botschaft verkünden die 
lnstig flackernden Flämmchen alls dahingeschwnn- 
denen schweren, bangen Tagen, das jüdische Herz 
mit Stolz nnd hoffnnngsfrendiger Znversicht er 
füllend. Sie erzählen so beredt von des Herrn 
wnnderbarem Walten, wie er in höchster Noth ein 
mächtiger nnd gnädiger Helfer ist gewesen nnd ein 
geringes, von heiligem nnd heißem Glanbenseifer 
beseeltes Hünflein geleitet hat von Sieg zn Siege. 
Gern lanscht ein Jeglicher ans das, was sie zn 
künden wissen: ans die Lehre nnd Mahnnng ans 
der Vergangenheit, — ans den Trost für die 
Gegenwart, nnd der Frende voll ist jedes Herz. 
Verschencht hat der helle Lichtschein jegliche bange 
Sorge des Tages ans dem Herzen, gebannt die 
tiefen Sorgenfalten ob des Lebens Lasten von der 
sonst gefurchten Stirne. Jnng nnd Alt giebt sich 
ganz dem hellen Jnbel hin, der in allen Hänsern 
der Jndenstraße sich bemerkbar macht. — 
Nnr ans jenem Fenster, ans welches sich 
nnser forschender Blick in diesem Angenblick lenkt, 
dringt kein solch heller Lichtschein an nnser Ange, 
vernimmt nnser Ohr keinen Jnbelton. 
Verwundert schauen wir drein, denn uner 
klärlich erscheint es uns, daß Reb Chajim, der 
hier sein Heim hat, und der sonst als streng 
gläubiger Jude so pünktlich und gewissenhaft seinen
	        

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