Full text: Anmerkungen zu den Kinder- und Hausmärchen (3)

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gezäunt ist, auf dem eine Elster hüpft. Das Rebhuhn flattert, der 
Alte fällt vom Büffel zur Erde und stellt sich todt. Joro springt 
herab, fängt zum Schein ein entsetzliches Trauergeschrei an, hält aber 
den Büffel fest. Plötzlich hört er mit seiner Klage auf und spricht 
"hätte dieser tückische Chinese nicht hier seinen Acker angelegt und 
nicht mit hölzernen Stangen umsteckt, von denen die Elster auffliegen 
konnte, so hätte der Büffel sich nicht gebäumt und mein Alter wäre 
nicht ums Leben gekommen/ Dann ruft er den Chinesen herbei und 
droht er wolle ihn als Ersatz für den Todten nehmen. Der Chinese 
der nicht eher kommt als bis Joro ansängt das Getreide zu verwüsten, 
muß das Gehölz in der Nähe umhauen und herbei bringen, welches 
zum Leichenbegängnis dienen soll. Joro setzt das gefällte Holz neben 
seinen Vater in einen Haufen und zündet ihn an. Als das Feuer 
auflodert, schielt der Alte seitwärts: Joro nimmt eine Handvoll Erde, 
wirft es auf die Augen des Vaters und spricht "man sagt, Väterchen, 
es sei ein schlechtes Zeichen für die nachbleibende Familie, wenn je 
mand mit offenen Augen sterbe/ Als das Feuer immer stärker pras 
selt, zieht der Alte beide Beine zusammen. Joro spricht "man be 
hauptet die Glieder des nachgelassenen Weibes und der Kinder könnten 
sich nicht ausstrecken, wenn jemand im Tode die Beine zusammen 
Aehe/ Gr holt ein Stück Balken und legt es dem Alten über beide 
Beine. Dann nimmt er ihn auf den Rücken, um ihn auf den bren 
nenden Holzstoß zu legen. Während er ihn trägt, schreit der Alte 
"dein Vater ist nicht todt, er lebt/ Joro spricht "es ist von der 
schlechtesten Vorbedeutung für die Nachkommen, wenn jemand nach 
seinem Tode noch spricht/ Er ist eben iin Begriff ihn ins Feuer zu 
werfen, als der Alte schreit "ich sage dir daß ich nicht todt bin: willst 
du deinen Vater bei lebendigem Leib verbrennen?' "Es freut mich, 
daß du nicht todt bist, Väterchen / spricht Joro, hilft dem Alten auf 
den Büffel und zieht mit ihm heim. Der Alte spricht zu seinem Weib 
"ich habe die Eigenschaften meiner drei Knaben geprüft, Dscsse wird 
ein herzhafter Mann werden, Rongsa ein mittelmäßiger Mensch, aber 
keiner von beiden dem Joro gleich kommen/ Mit diesen Worten ent 
fernt er sich, aber sein Weib faßt Groll und hat Böses im Sinn. 
Sie denkt "soll der Sohn der verstoßenen Frau meine beiden Söhne 
übertreffen? ich will ihn geschwind auf die Seite schaffen/ Sie stellt 
für jene gute Speise auf den Tisch, unter die Speise Joros mischt sie 
starkes Gift. Dsesse und Rongsa setzen sich nieder und essen, Joro
	        

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