Full text: Die Flucht im Automobil nach Italien und Deutschostafrika

Wie der Blaurake überm Fluß 
Sein Weibchen herzt mit Schnabelküß, 
So küß' ich dich, so kos' ich dich, 
Fatuma!" 
„Fatmna naküpenda sana!" schnarrte der Kasseku dazwischen, 
sobald er Fatumas Namen hörte, „Fatuma naküpenda sana!" 
„Eisvogelbunt die Jugend glänzt, 
Du hast Dein krauses Haupt umkränzt 
Und meins mit Wein, 
Fatuma. 
Tief drunten schleicht das Krokodil, 
Wir fahren über Sorgen still, 
Du bist ja mein, ich bin ja Dein, 
Fatuma!" 
In den Applaus klopfte es, der Depeschenbvte brachte ein Tele 
gramm an Ernst mit bezahlter Rückantwort an seinen Vater. Der 
Vater teilte mit, in welcher Sorge er geschwebt habe, auf seine Annonce 
hin hätten außer der Polizei noch drei Herren den Aufentshaltort mit 
geteilt, und er solle nun viermal die fünfhundert Mark anszahlen. 
Sofort solle der Sohn nach Schiebenstedt kommen, er möge telegraphisch 
mitteilen, ob er Geld zur Reise habe oder brauche. 
„Natürlich läßt Du Dir recht viel schicken," rief Paul, Ernst 
füllte aber sofort die Rückantwort aus, indem er seinem Vater mitteilte, 
er sei fest entschlossen, nicht wieder in eine Tuchhandlung zu gehen, 
sondern nach Italien zu fahren und Maler zu werden. „Bravo!" rief 
Knittel, als er dies gelesen batte. 
„Ich werde nun noch einen ausführlichen Brief nachsenden," sagte 
Ernst und begann sofort damit. Kurt, Paul, Knittel und der Postbote 
verließen darauf das afrikanische Zimmer. 
bei äer arbeit. 
Nachdem Ernst den Brief an seinen Vater dem Briefkasten an- 
vertraut hatte, begann er an dem alten Drama aus der Vorzeit Mort 
hausens zu arbeiten, um es zu vollenden. Aber während der Arbeit 
ward es ihm immer gewisser, daß er es durchaus noch einmal von vorn 
ausarbeiten müsse. Sogleich begann er damit. Der Ofen qualmte 
jedoch abscheulich, Ernst wollte das Feuer austun und steigerte beit 
Qualm nur ins Unerträgliche. Nun öffnete er das Fenster. Leider 
ward aber sein Manuskript von den Flocken naher Fabriken jetzt ganz 
überrnßt und aus den Höfen drangen unaufhörlich Wagenrasseln, Pferde- 
trappeln, Huudegebell und Fuhrmannsflüche herauf, und als Grons 
Lehrlinge das Fenster offen sahen, riefen sie, so oft sie über den Hof 
gingen: „Kasseku, wo ist Fatuma?", worauf dann der Papagei sein 
„Fatuma naküpenda sana" in ewiger monotoner Wiederholung schnarrte.
	        

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.