Full text: Waldeck-Pyrmont'er Strafrecht

1874 
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10. Brennende Kohlen dürfen nicht auf offenen Fenerschüppeu rc. aus 
einem Hause in's andere, oder über Räume, worin Stroh liegt, 
getragen werden. Dasselbe gilt vom Lichte. 
11. Das Abbrennen von Feuerwerken in der Nähe von Gebäuden 
oder an sonst gefährlichen Orten ist verboten. 
Zuwiderhandlungen oder Unterlassungen bezüglich dieser feuer 
polizeilichen Vorschriften (§. 64 bis 67) werden mit Geldstrafe bis zu 
5 Thlr. bedroht, sofern nicht durch das Strafgesetzbuch für einzelne Fälle 
eine höhere Strafe bestimmt ist. 
Zur Aufrechterhaltung der Ordnung, welche den. Ernste und der 
Würde des Friedhofs angemessen ist, wird Folgendes polizeilich 
verordnet: 
§. 68. a. Das Eindringen in den verschlossenen Friedhof, das Beschädigen der 
Grabstätten, das Abpflücken von Gewächsen, Blumen und sonstigen 
Ausschmückungen derselben, das Beschädigen oder Beschmutzen der 
Monnmente ist strafbar, unterliegt den Bestimmungen des Straf 
gesetzbuches und wird noch besonders untersagt, 
h. Das Betreten des Friedhofs durch Kinder unter 12 Jahren, wenn 
sie nicht unter Obhut einer zuverlässigen erwachsenen Person, welche 
für sie haftet, sich befinden, ist untersagt. 
c. Betrunkene haben niemals Zutritt. 
6. Hunde dürfen unter keinen Umständen mitgebracht werden oder 
daselbst umherlaufen. 
e. Ein Durchgang über den Todtenhöf ist Niemandem gestattet. 
Z. 69. a. Bei Beerdigungen haben außer dem Zuge nur Erwachsene und 
Kinder über 12 Jahren Zutritt. Jüngere Kinder dürfen sich nur 
unter den Leidtragenden befinden. 
Das Mitbringen von Kindern, welche getragen werden, ist ver 
boten. 
d. Alle Diejenigen, welche der Beerdigung beiwohnen wollen, ebenso 
der Trauerzng, haben soviel wie möglich die gebahnten Wege zu 
benutzen; das Betreten der Gräber wird jedoch streng untersagt. 
8. 70. Eltern, Erzieher, Vormünder, Pfleger, Herrschaften und Lehrherren sind 
für die Uebertretnngen dieser Vorschriften (tz 68 bis 70- durch ihre 
Kinder, Pflegebefohlenen, Lehrlinge und Untergebenen verantwortlich. 
Jede Nichtbeachtung dieser Vorschriften zieht eine Strafe bis zu 
5 Thaler nach sich, soweit nickt durch bestehende Gesetze eine andere 
Strafe vorgeschrieben ist. 
Orts-P.-V. für Oesdorf v. 10. Juli 1874 (neu bekannt gemacht 
am 10. Juni 1881) gebietet bei Strafe von 1 bis 5 Thlr. allen Besitzern 
von Hunden, diese bei Nachtzeit von 10 Uhr Abends bis 4 Uhr Morgens 
einzuschließen. 
Reichsges. v. 30. November 1874 (Rchsgfbl. S. 143) über 
M arte n schütz. 
Verordg. v. 4. Januar 1875 (Rchsgfbl. S. 5) betr. den Verkehr 
mit Arzneimitteln (Berzeichniß derjenigen Zubereitungen, 
Droguen und chemischen Präparate, deren Feilhalten lind Verkauf 
nur in Apotheken gestattet ist); deklarirt durch Verordg. v. 9. Februar 1880 
(Rchsgfbl. S. 13) bezüglich der künstlichen Mineralwässer und durch Verordg. 
v. 3. Januar 1883 (Rchsgfbl. S. 1) bezüglich der Honigpräparate; vgl. Bundes- 
rathsbeschlnß v. 22. Mai 1872.
	        

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