Full text: Leipziger Königstage

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saal aufgesucht, woselbst die Holz- und Zinnpfeifen verschiedenster 
Größen, das Schlagzeug und alle sonstigen interessanten Bestand 
teile eines Orchestrions die Aufmerksamkeit des Königs erregten.— 
Dem König wurde die Konstruktion eines plastischen Bildwerkes 
mitbeweglichenTeilen erläutert, und es bereitete ihm viel Vergnügen, 
auf dem in den verschiedensten Farbeneffekten erstrahlenden Bilde 
ein Zeppelinluftschiff, eine Eisenbahn oder eine Bergbahn in Be 
wegung gesetzt zu sehen. 
Hieran schloß sich die Besichtigung des großen, hellen Versand 
gebäudes, das mehreren hundert Stückgütern zugleich Raum bietet 
und dem Ein- und Abgang der Waren dient. Es ist mit zwei Lade 
rampen für den Eisenbahn- und den Wagenverkehr ausgestattet. Es 
interessierte den König, bei dieser Gelegenheit zu erfahren, daß für 
das Personal der Firma täglich zwei Sonderzüge zwischen Leipzig 
und Leutzsch verkehren. 
Über eine große Freitreppe hinab gelangte der König nunmehr 
in den ersten Fabrikhof, gebildet ausTeilen der beiden Hauptgebäude, 
dem Turm und einem Anbau. — Es erfolgte nun die Besichtigung 
der Wohlfahrtseinrichtungen. Zunächst wurde der König in den 
Garderobesaal für männliche Arbeiter geführt, wo die vielen hundert 
eisernen verschließbaren Schränke und die modernen Wascheinrich 
tungen mit kaltem und warmem Wasser das Interesse des Königs 
erregten. Dann wurde der riesige Speisesaal für Männer durch 
schritten, und man gelangte zur Küche, die sich in bezug auf Größe 
und moderne Einrichtung getrost neben jeder großen Hotel- und 
Restaurationsküche sehen lassen kann. Der König nahm noch die 
Speiseräume für Arbeiterinnen und für die Beamten in Augenschein. 
Se. Majestät überschritt nun nochmals den Hof und gelangte in 
das Tischlereigebäude, wo ihm im ersten Stockwerk die Bohrerei 
und Abteilung für Holzbearbeitungsmaschinen gezeigt wurden. Im 
Anschluß hieran erfolgte der Besuch der viel Interessantes bietenden 
Abteilungen für Maschinen- und Werkzeugbau und für Metall 
bearbeitung. Der König erfuhr hier, daß der Betrieb mit mehr als 
dreihundert der modernsten Maschinen ausgestattet ist, die zum 
großen Teil von der Firma selbst im Hause angefertigt worden sind. 
Er sah hier ferner ein Tableau, enthaltend mehrere hundert Bohr 
werkzeuge, wie sie in der Fabrik Verwendung finden.
	        

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