Full text: Sophie, die Kinderfreundin, oder die ersten Blicke des Kindes in sich und von da in die Welt

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er soll cs wegen seiner Schönheit und Göttlichkeit 
innig lieben, und es mit Mühe und Fleiß erringen 
und erkämpfen, und dadurch sich des Segens 
werth machen, den Gott auf die Tugend gelegt 
hat. Dieses Kämpfen für das Gute wird durch 
die Verführbarkeit zur Sünde, die Gott als ein 
gerechter Vater in ihn gelegt hat, veranlaßt. 
Darum sagt die heilige Schrift: Wenn du fromm 
bist, so bist du Gott angenehm; bist du aber nicht 
fromm, so ruht die Sünde vor der Thür; aber 
laß du ihr nicht ihren Willen, sondern 
herrsche über sie. 
Wer also über sie herrscht, der Verführung 
widersteht, und die Göttlichkeit mit festem Muth 
erringt, der ist tugendhaft. Da nun jeder diese 
Freiheit hat, so erkennt Ihr wohl, meine Lieben, 
daß es sich finden kann, daß oft selbst gute Eltern, 
die allen ihren Kindern mit gleicher Liebe das 
lehren, was Gott wohlgefällig ist, doch Kinder 
haben, die dieser herrlichen Lehre mit gleicher 
Liebe nicht folgen. Daher haben oft vortreffliche 
Eltern wohlgerathene und entartete Kinder. 
B 3
	        

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