Full text: Festschrift zum Deutschen Tag in Kassel am 31. Mai bis 1. Juni 1924

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Da wacht verrat und bringt auf dunklen wegen 
Den Feind in's Haus, die Freunde in das Grab, 
Die Mauern fallen, und die stolzen Türme 
Bedecken der Gebieter blutig Angesicht. 
Die Flamme steigt und bald 
Blickt nur ein Meer von Trümmern 
In's waldesdunkel nieder, 
Alles stumm und tot! 
Nie baute sich ein Andrer hier sein Haus, 
Grau und verlassen blicken diese Steine, 
Nur Buschwerk sproßt empor, und rote Nelken 
Umduften rings den blutgetränkten hang. 
Tin Schwalbenpaar nur ließ sich nochmals nieder, 
Das schnell aus dem verderben sich gerettet 
Und heimgekehrt sein liebes heim nicht fand. 
Bald hing ein neuer Bau am höchsten Steine 
Und schaute in das blüh'nde Tal hinab. 
Die Frühlingsgäste, die als frohe Boten 
Sol oft der Väter herz erfreut, sie blieben treu 
Der lieben Heimat, ihre Kinder ihnen. 
Jetzt eben hör' ich ihre Stimme schallen, 
Jetzt, wo der Mond in dunklem Wolkenmeer versinkt 
Und Finsternis umgibt der Väter öde hallen. 
ra 
Die aktenveröffcntlichungen des auswärtigen 
amtes und die Uriegsschuldfrage / Professor Fritz 
Ehringhaus. 
3m Jahre 1919 hat sich die deutsche Negierung entschlossen, ihr 
diplomatisches Archiv zu öffnen und die Akten, auch die geheimsten 
Dokumente, zu veröffentlichen. Der Tscheche Kautskq glaubte damals 
aus ihnen die Schuld der kaiserlichen Negierung beweisen zu können. 
Er hat auch einzelne Randbemerkungen aus dem Zusammenhang ge 
rissen und zur Freude unserer Feinde veröffentlicht. Das sollte die 
Revolution rechtfertigen, wurde aber von den Gegnern nur dazu benutzt
	        

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