Full text: Festschrift zum Deutschen Tag in Kassel am 31. Mai bis 1. Juni 1924

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und hatte dabei befreiend gerufen: „Rlle Freiheitslieder kommen aus 
dem Kerker." — 
„Rus der großen Menschen wollen 
quillt der kleinen Menschen Zollen." — 
„3a die Welt, die wunderkluge Welt: Helden, die verlieren nennt 
sie Narren, Narren, die gewinnen, heißt sie Helden."— 
wie er Bismarck den letzten der Nibelungen nennt, und ausruft: 
„Mit Gott und Bismarck!" so schreibt er mit Bezug auf den Gang deut 
schen Geisteslebens: 
„Luther — deutsche Morgenröte, 
Deutscher Morgen — wolsgang Goethe, 
Bismarck: Deutschlands Heller Tag: 
Komme nun, was kommen mag!" — 
Der fest im Germanentum wurzelnde zeigt sich in vielen Worten: 
»3ns Tal mit den Kirchen: die höhen gehören Wotan noch." 
„Wotans Kraft und Donars Glut, 
Balders Lachen — Neujahrsgut!" — 
wundervolle Gedanken spinnt Fock schmetterlingsgleich um die 
Blumen Liebe und The. „Die Lippen und Leiber finden einander bald, 
aber der weg von einer Seele zu der andern ist meilenlang." — von 
diesen Erwägungen ausgehend, findet der Dichter tiefstes Verständnis 
für seinen Lieblingsdichter Friedrich Hebbel und dessen Neigung zu 
Tlise Lensing: „Kein Volksmann ist Hebbel, noch weniger ein Volks 
held: aber Götterhoheit leuchtet von seiner Stirn. Ein hoher, hoher 
Berg ist er mit einem breiten Wolkengürtel um die Hüften. Viesen 
sehen die Talbewohner, was sie aber nicht sehen, das ist der Gipfel, 
den vom Morgen bis zum Rbend die ewige Sonne umstrahlt, und 
der vom Rbend bis zum Morgen die Unermeßlichkeit aller Sterne 
grüßt. 
Und Elise Lensing? Rllerdings gehört Hebbel vor einen Richter, 
lieber Spießbürger: aber nicht vor einen, der dich und mich zu Schöffen 
ernennte!" — 
Kraftvolle Worte spendet Fock seinem Volke zu Beginn des Welt 
kriegs: 
„Gb Hagen spricht: 
'wir sind auf deinem Totenschiff' — 
soll unser Schwert uns dennoch nicht entsinken, 
Blut will die alte Erde trinken, 
viel Blut für eine neue Saat! 
Noch wachsen unsre Rieseneichen!" —
	        

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