Full text: Ein Ausflug nach Madeira

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Was das Auge des Europäers dann beim Betreten des 
Landes äm meisten fesselt und entzückt, ist der Reich 
tum echt tropischer Pflanzen inmitten einer heimatlich 
europäischen, aber hier besonders üppig entwickelten 
Vegetation. Mächtige Platanen bilden die schöne Eingangsallee, 
die vom Landungssteg in die Stadt führt; schöne Wallnussbäume und 
echte Kastanien, Ahorn und Eichen und eine Menge anderer europäischer 
Laubbäume findet man in den Gärten; dazwischen aber wiegen grosse 
Palmen ihre schlanken Stämme in der Luft oder breiten ihre riesige 
Blattrosette dicht über dem Boden aus; prachtvolle Baumfarne treiben 
ihre mächtigen, zarten Wedel in die Höhe; zahlreiche Bananen 
Die heilige Quelle an der Montekirche. 
erfüllen die Gärten, über deren Mauern grosse Rosenbüsche, Fuchsien- 
und Hydrangiensträucher ihre wundervolle Blütenpracht herabhängen 
lassen; Lorbeer, Bambus und Agaven bilden den Untergrund, von 
dem Feigen, Kampferbäume und die wunderlich geformten Drachen 
bäume, Jucca, Araucarien und eine Menge anderer schön ge 
formter, dem Nordeuropäer mehr oder minder unbekannter oder 
höchstens aus den kümmerlichen Exemplaren der botanischen Gärten 
erinnerlicher Pflanzen sich abheben. Kommt man dann etwas 
weiter von der Stadt fort, so laufen die Wege bald unter einem, oft 
lückenlosen Dach von Wein, der in hohen Gerüsten über die Garten 
mauern und dann quer über die Wege gezogen wird, so dass der Reiter 
die dicken Trauben oft tatsächlich fast mit dem Munde abpflücken
	        

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