Full text: Ausführliches Lehrbuch der Handels-Correspondenz enthaltend in vier Büchern

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in Ihrem Hause herrschenden Ordnungsliebe zu liefern. Vori- 
gen Jahres überraschten Sie mich mit einem Erinnerungs 
schreiben an eine schon bezahlte Schuld und jetzt beehren 
Sie mich mit einem ähnlichen Briefe. 
Ihr Briefcopierbuch wird Sie aber belehren, daß Sie mir 
schon unter dem löten Mai den Empfang meiner Rimesse von 
Fl auf N. N. dort anzeigten und bleibt es mir ganz un 
begreiflich, wie Sie diesen Posten nochmals einfordern können. 
Ich enthalte mich aller weiteren Bemerkungen und zeichne u.s.w. 
Abtheilung XI. 
Einleitung. 
Der härteste Schlag, welcher einen Geschäftsmann nur 
treffen kann, ist wol ohne Zweifel die Nothwendigkeit, seine Zah 
lungen einzustellen. Sieht er sich durch unverschuldetes Unglück 
in diese Lage versetzt, so verdient er alle mögliche Schonung und 
hat sogar ein Recht auf eine rücksichtsvolle Behandlung, damit 
ihm die Möglichkeit bleibe, sein Geschäft wieder zu beginnen.. 
Nur bei leichtsinnigen Kaufleuten kann Strenge gerechtfertigt 
erscheinen; doch da die allgemeine Verachtung, die solche Personen 
trifft, eine mehr als empfindliche Strafe für sie ist, so gebietet 
cs die allgemeine Menschlichkeit, wenigstens auf ihre Familie 
einige Rücksicht zu nehmen und ihnen deßhalb die nöthigen Mittel 
zu lassen, bei Fleiß und Sparsamkeit jene zu erhalten und sich 
selbst vielleicht wieder emporzuschwingen. 
Der Fallit findet sich entweder mit seinen Gläubigern durch 
einen freundschaftlichen Vergleich ab, wo er ihnen gewisse Pro 
zente auf ihre Forderungen bietet, z. B. 50, 60, 70, 80 %, d. h. 
für je 100 Rthlr. zahlt er 50, 60, 70 oder 80 Rthlr., oder er 
reicht seine Bilanz (d. h. hier das Verzeichniß seiner Activa und
	        

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