Full text: Ueber Musikautomaten bei den Arabern

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ÜEBER MUSIKAUTOMATEN BEI DEN ARABERN. 
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oder nicht vielmehr aus Byzanz stammt, mit dem die Benu Müsä 
mannigfache Beziehungen hatten, lässt sich zunächst nicht entscheiden. 
Tu der oben gegeben Zusammenstellung’ ist der Name der Benu Müsä, 
die sonst bei al Gazari genannt sind, nicht erwähnt, wohl aber ein 
Werk, von dem es heisst, « die Flöte hat die Gestalt eines näj u. s. w. » 
Die Anordnung entspräche etwa derjenigen des den Benu Müsä 
zugeschriebenen Instrumentes. 
Von L. Cheikho sind noch drei arabische Abhandlungen über 
Musikinstrumente veröffentlicht worden {al Maschriq, Bd. 9, S, 18-28). 
Das Wesentliche von deren Konstruktion habe ich in einer Bespre 
chung der obigen Arbeit in den Mitteilungen zur Geschichte der 
Medizin und der Naturwissenschaften Bd. 37, S. 55 gegeben. Nachzu 
tragen wäre, dass in Morhof (IHssertatio de vitro per vocis sonum rupto, 
Hamburg 1699) nach einem arabischen Manuscript ein Rohr, mit 
dem man das Heer zusammenrief, beschrieben ist und dass sich in 
Ath. Kircher, Ars magna lucis, 1071, Buch 2, Kap. 7, S. 102, nach 
einem sehr alten Manuscript im Vatikan, das die Geheimnisse des 
Aristoteles an Alexander behandelt, ein eben solches findet, das aber 
dem von Cheikho mitgeteilten nicht entspricht *. 
Bei Kircher ist einmal ein ringförmiges Rohr gezeichnet; an dem 
einen Ende eines Durchmessers findet sich ein Ansatz, in den hineinge 
sprochen wird, an dem anderen Ende ein ebensolcher, aus dem der 
Schall austritt. Ferner beschreibt Kircher ein Rohr von der Form 
eines Umdrehungsellipsoides , das an beiden Enden bei den Brenn 
punkten abgeschnitten ist. In den einen Brennpunkt spricht man, an 
dem anderen hört man. In einer von Morhof mitgeteilten Stelle aus 
einer Schrift von Alexander Achillinus (Bononiae 1510), der die oben 
erwähnte Schrift von Aristoteles benutzt hat, findet sich ein ring 
förmiges Rohr, am Ende eines Durchmessers ist aus ihm ein Stück 
ausgeschnitten, aus den entstehenden Oefifnungen tritt der Ton aus. 
Seitlich am Rohr am anderen Ende des Durchmessers sind zwei seit 
liche Ansätze angebracht, in die wohl von zwei Personen hineinge 
sprochen wird. In derselben Schrift wird ein Themistius als Erfinder 
eines Schallrohres angegeben. 
1 Auf die obigen Stellen war Ingenieur Fehlbans so freundlich mich hinzu 
weisen. Von der Dissertation von Morhof sind zwei Ausgaben vorhanden , eine 
von 1672 und eine von 1699. Die erstere , die ich hier einsehen konnte, enthält 
die betreffenden Angaben nicht, wohl aber diejenige von 1699. Herrn Dr. Thien 
in Hamburg sage ich auch an dieser Stelle den besten Dank dafür , dass er so 
freundlich war, mir den hierher gehörigen Abschnitt abzuschreiben.
	        

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