Full text: Seiner Durchlaucht dem Fürsten von Bismarck zum 75sten Geburtstag

Seiner Durchlaucht
dem
Fürsten von Bismarck
zum 75sten Geburtstag.

Im hellen Glanz der deutschen Reichessonne
Sind unsre Herzen, Fürst, für Dich erglüht,
Und Jeder fühlt von uns mit stolzer Wonne,
Wie Glück und Frieden unserm Volk erblüht.
Uns lagen fern der Welt polit´sche Sorgen,
Fürst Bismarck lebt, wir fühlten uns geborgen!

Wir waren Zeugen jener großen Tage,
Und Frankreich´s Kaiser ward zu uns gesandt,
Daß er sein Schiksal (sic) in den Räumen klage,
Die einst des Vaterlandes Schmach gekannt;
Und dräuend blickte von dem Felscolosse
Der „Hercules" herab zum Fürstenschlosse.

Als Urbild aller Kraft galt er den Ahnen;
Uns dünkt die Arbeit klein, die er gethan,
Klein dünken uns die Werke der Titanen,
Schaun wir die Größe Deines Werkes an.
Wir sahen Deutschland Dich zusammenschmieden
Und mächtig schirmen seines Volkes Frieden.

Wohl zogen Wolken über unserm Haupte,
Der Donner grollt, doch blieb das Wetter fern,
Und wenn die Sorge Dir den Schlummer raubte,
Wir trauten Dir und Deinem guten Stern.
Da plötzlich zuckt der Blitz, er fuhr hernieder,
Fürst Bismarck geht, des Reiches treuer Hüter!

Heut schlägt kein deutsches Herz in weitem Lande,
Das nicht ein herbes Abschiedsweh erfüllt;
Denn unzerreißbar schienen uns die Bande,
In Erz gegrabensteht Dein großes Bild.
Heut drängt das Volk auf Deiner Treppe Stufen
Dir trauernd einen Abschiedsgruß zu rufen!
 
Kein Abschiedsgruß, wir wissen Dich am Leben,
Wir wissen Dich in voller Geisteskraft,
Und sollte unseres Reiches Grundstein beben,
Wir wissen eine Hand, die Hilfe schafft.
Und Deines Volkes Dank wird nimmer enden,
Nimm an den Gruß, den treue Herzen senden!


Cassel im März 1890.


Dr.Ernst Schotten  Maria Schotten   Dr.Ernst Hauptmann  Tony Hauptmann
Carl Pfeiffer     Ida Pfeiffer          J[ulius] Rieß           Sophie Rieß
Rudolf Scholl    Friedericke  Scholl    Emma Heuser   Sophie Pfeiffer





 
 
 
 
 

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